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Luise Glaser-Lotz (lu.)

Aufwendige Dauerausstellung : Frischer Wind im Museum

Hanauer Kulturstätte: Das Schloss Philippsruhe Bild: Rainer Wohlfahrt

Mit der neuen Dauerausstellung im Historischen Museum Schloss Philippsruhe in Hanau sind auch endlich moderne Ansätze eingezogen. Dafür war es auch höchste Zeit.

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          Als im April 2019 das Märchenreich der Brüder Grimm im Hanauer Schloss Philippsruhe eröffnet wurde, schien eine Erfolgsgeschichte zu beginnen. Lange Zeit war um ein interaktives Angebot zur Würdigung der in Hanau geborenen Brüder Grimm gerungen worden. Überehrgeizige Pläne für ein Erlebnismuseum in der Hanauer Altstadt mussten begraben werden, bevor man sich auf den als Museumsdepot genutzten Nordflügel von Schloss Philippsruhe besann, ihn sanierte und zu einem modernen Mitmachmuseum für Kinder und ihre Familien mit interaktiven Spiel- und Infostationen umgestaltete. Gleichzeitig wurde die Brüder-Grimm-Abteilung des Historischen Museums im Schloss Philippsruhe erneuert. Das Konzept kam bei den Leuten gut an, doch dann machte die Corona-Epidemie einen Strich durch die Rechnung der Museumsmacher.

          Ähnlich ist es nun mit der neuen Dauerausstellung „Moderne Zeiten/Hanau 1848–1949“. Das der Stadtgeschichte gewidmete Erdgeschoss des Museumsschlosses wurde aufwendig umgekrempelt. Doch jetzt kommt der Winter und mit ihm die Corona-Pandemie mit einer Wucht, die sich niemand hatte vorstellen können.

          Für eine Stadt wie Hanau unwürdig

          Es ist gut und richtig, dass die Eröffnung nicht groß gefeiert wird. Doch freuen dürfen sich die Hanauer wenigstens darüber, dass die Abteilung, die der bewegten Geschichte Hanaus gewidmet ist, nicht länger ein Schattendasein fristet. Viele Jahre wurden die Informationen und Exponate über die auch für Hanau entscheidenden Jahre im 19. und 20. Jahrhundert lieblos und langweilig präsentiert. Das war einer Stadt von der Größe und von der Bedeutung Hanaus unwürdig. Neue Museumskonzepte wurden entwickelt und verschwanden nach Kontroversen, die vor allem hinter den Kulissen ausgetragen wurden, in Schubladen. Es war höchste Zeit, dass dank öffentlicher Förderung endlich frischer Wind und moderne Ansätze auch in das Erdgeschoss des Museums einzogen.

          Es werden sicher wieder bessere Zeiten kommen, und dann wird es weitere Neueröffnungen und im nächsten Jahr wieder häufigere Öffnungszeiten geben. Auf dem Plan stehen unter anderem eine Abteilung zur Neustadtgründung in Hanau, einem ebenfalls entscheidenden Kapitel der Hanauer Geschichte, sowie die Neugestaltung des außerordentlichen Papiertheatermuseums. Dann dürfen hoffentlich feierliche Eröffnungen mit vielen kulturinteressierten Bürgern stattfinden.

          Luise Glaser-Lotz
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

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