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Neue Corona-Maßnahmen : Hanau und Wiesbaden greifen durch

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Mehr Tests, mehr Meldungen: Aber das ist nicht die einzige Erklärung für den Anstieg in Hessen. Bild: dpa

Die Entwicklung in Hessen zieht Konsequenzen nach sich: In vielen Städten wie Wiesbaden oder Hanau gelten fortan verschärfte Bestimmungen für Veranstaltungen und private Feiern. In der Wetterau schließt eine Schule. Die Fraport warnt vor Aktionismus.

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          Entlang des Mains gibt es in Sachen Corona keine Entwarnung. In der statistischen Mitteilung des RKI zu den Fallzahlen vom Dienstag kamen in Hessen 216 Neuinfektionen hinzu, allein sieben davon in Hanau. Allerdings sank die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen damit von 70 auf 58,2 und entsprach damit der im benachbarten Offenbach. An dritter Stelle lag Wiesbaden mit 44,9 – und damit nur knapp unter dem Schwellenwert von 50.

          Seit Mittwoch gelten nun strengere Vorschriften für sechs Städte und Gemeinden im Main-Kinzig-Kreis – bis mindestens 23.September. An Veranstaltungen dürfen maximal 100 Menschen teilnehmen, in Räumen liegt die Obergrenze bei 50 Personen, Privatfeiern dürfen höchstens 20 Teilnehmer haben.

          „Zwangsabsonderungen“ angedroht

          Auch in Wiesbaden kämpft man gegen die Ausbreitung des Virus. Die Leiterin des Gesundheitsamtes, Kaschlin Butt, berichtete, dass im Nachgang zu einer marokkanischen Hochzeit in Mainz inzwischen 30 Infizierte bekannt seien. Sie drohte jenen, die sich den Quarantäneauflagen verweigern, mit „Zwangsabsonderungen“. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) sprach von einem bisher so nicht gekannten Infektionsgeschehen, das ein „regionales Phänomen“ sei. „Allein die Altersverteilung bewahrt uns vor Schlimmerem“, sagte Mende mit Blick auf eine unverändert hohe Zahl freier Intensivbetten.

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          Mende appellierte an die Bürger, mehr Eigenverantwortung zu zeigen. Laut Oberbürgermeister gilt von Freitag an ein Verkaufsverbot für Alkohol in der Zeit zwischen 24 und 6 Uhr. Wiesbaden führt zudem ebenso wie Hanau eine Maskenpflicht an Bushaltestellen ein. Am Dienstag war das generelle Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern in Kraft getreten. Das Alkoholverbot sei eine „mildere Maßnahme“, deren Wirkung abgewartet werden solle, sagte Franz. Möglich seien eine Sperrstunde für die Gastronomie und eine Ausweitung von Verbotszonen für Alkohol.

          Schulschließung in Friedberg

          In der Wetterau müssen nach einem gesicherten Corona-Fall und mehreren Verdachtsfällen unter den Schülern der Wartbergschule in Friedberg alle Schüler, Lehrer und Mitarbeiter der Schule bis zum 4.September in Quarantäne. Wie es von Seiten der Kreisverwaltung heißt, hatte das positiv getestete Kind Kontakt zu Mitschülern, Lehrern, Mitarbeitern und Busfahrern.

          Aufgrund der Besonderheiten der Schule, es handelt sich um eine Förderschule für Schüler mit geistigen und motorischen Defiziten, konnte nicht weiter differenziert werden. Eine zweiwöchige Quarantäne wurde auch für die 50 Bewohner einer Asylbewerberunterkunft in Bad Vilbel angeordnet. Dort war ein Bewohner positiv getestet worden.

          Der Chef des Frankfurter Flughafens, Stefan Schulte, hat derweil die vom Bundesgesundheitsministerium angekündigte pauschale Quarantäne-Anordnung für Reiserückkehrer aus Risikogebieten als „Schritt in die völlig falsche Richtung“ bezeichnet. „Eine pauschal angeordnete Quarantäne bedeutet faktisch einen zweiten Lockdown für die Luftverkehrsbranche“, sagte er. Betroffen seien nicht nur Urlauber, sondern auch Geschäftsreisende. Man müsse mehr Testkapazitäten schaffen. Am Flughafen Frankfurt habe man gezeigt, dass das gehe.

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