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Neue Außenstelle : Breite Zustimmung für Flüchtlingsunterkunft

  • -Aktualisiert am

Erster Anlaufpunkt: 600 Flüchtlinge sollen in der ehemaligen amerikanischen Kaserne in Büdingen für einige Wochen bleiben. Bild: Rainer Wohlfahrt

Im Wetteraukreis soll eine Außenstelle die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen entlasten. 600 Menschen können dort ab Herbst unterkommen. Die Bürger in Büdingen signalisieren Willkommenskultur.

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          Die für den Herbst geplante Eröffnung einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge auf dem Gelände der ehemaligen Armstrong-Kaserne stößt in Büdingen auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. Das wurde auf einer Informationsveranstaltung deutlich, an der am Montagabend in der Willi-Zinnkann-Halle rund 700 Bürger teilnahmen. Weil alle in der Halle aufgestellten Stühle besetzt waren, verfolgten rund vier Dutzend interessierte Bürger die Veranstaltung im Stehen. Der Gießener Regierungspräsident Lars Witteck (CDU), Büdingens Bürgermeister Erich Spamer (Freie Wähler) sowie der Büdinger Ehrenbürger und frühere Bundestagsabgeordnete Christian Schwarz-Schilling (CDU) warben um Akzeptanz für das Projekt.

          Weil weiterhin mit einer hohen Zahl von Flüchtlingen gerechnet wird, die nach Hessen kommen, will das mittelhessische Regierungspräsidium den Hauptstandort der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen mit Hilfe weiterer Außenstellen entlasten. In Gießen sind die Kapazitäten trotz der Eröffnung zusätzlicher Gebäude weitgehend erschöpft. In Büdingen sollen laut Witteck „nicht weniger als 500 Asylbewerber“ auf dem ehemaligen Kasernengelände der amerikanischen Streitkräfte untergebracht werden. Laut Witteck könnten bei einer Komplettbelegung der Gebäude bis zu 800 Flüchtlinge einquartiert werden. Um Konflikte zu vermeiden und aus sozialen Erwägungen werde jedoch eine Belegung mit 600 Flüchtlingen angestrebt.

          Knapp 30.000 Flüchtlinge im Jahr 2014

          Die schwarz-grüne Landtagskoalition, das Sozial-, Innen- und Finanzministerium unterstützen nach den Worten Wittecks seinen Vorschlag, in Büdingen eine weitere zentrale Flüchtlingsunterkunft zu etablieren. In der nächsten Woche sollen im Landtag die entsprechenden Beschlüsse gefasst werden, um das Projekt auch finanziell abzusichern.

          Der Regierungspräsident und Elke Weppler, die Leiterin der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen, berichteten, dass 2014 mehr als 29.700 neue Flüchtlinge in der mittelhessischen Universitätsstadt, in Bad Arolsen sowie in einem Motel bei Kirchheim aufgenommen worden seien. Allein im Dezember seien mehr als 4500 neue Flüchtlinge registriert worden. In der Einrichtung gebe es „ein ständiges Kommen und Gehen“, sagte Witteck. Die meisten Flüchtlinge – davon ein Drittel Kinder – kämen aus den Krisenregionen Syrien, Eritrea und Afghanistan. Er wolle in diesem Zusammenhang auch vehement dem Klischee widersprechen, dass nach Hessen viele Verbrecher kämen, die das Abendland islamisieren wollten.

          Kaserne muss zuvor hergerichtet werden

          Das Gießener Regierungspräsidium ist in Hessen federführend für die Unterbringung von Asylsuchenden zuständig. Die zentrale Anlaufstelle in Gießen ist für Unterbringung, Betreuung und Versorgung der Asylsuchenden nur so lange zuständig, bis diese entweder in Einrichtungen in anderen Bundesländern oder in hessischen Kommunen untergebracht werden. Wie in Gießen werden sich auch in Büdingen die Flüchtlinge nur wenige Wochen aufhalten, um dort zunächst registriert, befragt und ärztlich untersucht zu werden. Während dieser Zeit sollen auch erste Antragsformalitäten erledigt werden.

          Laut Witteck ist vorgesehen, dass die ehemaligen Kasernengebäude, die derzeit im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) sind, zunächst von einem Investor hergerichtet und dann vom Land für einige Jahre gemietet werden. In den nächsten Wochen wolle die Bima das Projekt ausschreiben. An der Ausschreibung wird sich auch die Projektentwicklungsfirma Revikon beteiligen, die schon für die Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen mehrere Gebäude im ehemaligen zentralen Nachschublager der amerikanischen Streitkräfte hergerichtet und an das Land vermietet hat.

          Revikon hat in den vergangenen Jahren auch die frühere amerikanische Wohnsiedlung in Butzbach umgestaltet und dort 700 Wohnungen und 140 Bauplätze geschaffen. Auf dem Kasernenareal in Büdingen könnten nach den Vorstellungen von Geschäftsführer Daniel Beitlich neben der geplanten Flüchtlingsunterkunft weitere Flächen zum Wohnen und für gewerbliche Zwecke genutzt werden.

          Laut Witteck wird auch das Bundesamt für Migration in Büdingen eine Außenstelle mit etwa 50 Mitarbeitern einrichten. Zudem würden in der Einrichtung Ärzte, Krankenschwestern, Dolmetscher und Hausmeister benötigt. Damit es in der Stadt nicht unsicherer werde, gebe es auch schon Gespräche mit dem Polizeipräsidium Mittelhessen.

          Witteck, Spamer und Schwarz-Schilling äußerten nach der Veranstaltung, es sei ermutigend, dass so viele Menschen signalisiert hätten, die Flüchtlinge seien in Büdingen willkommen.

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