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Naturschutz in Rhein-Main : „Hochwasser sind hausgemacht“

Wasser weg: Das derzeit ausgetrocknete Bett des Liederbachs könnte wieder Wasser führen, wenn das Landesprogramm genutzt werden würde. Bild: Lando Hass

Der Naturschutzbeirat fordert von Kommunen, endlich dem Programm „100 wilde Bäche“ beizutreten. Frankfurt ist jetzt dabei – in Liederbach fehlt es für die Bearbeitung an Verwaltungsangestellten.

          3 Min.

          Als das Hochwasser vor zwei Wochen kniehoch durch die Hauptstraßen von Bad Soden, Kelkheim, Liederbach und dem Frankfurter Stadtteil Unterliederbach schoss, war die Aufregung groß. Dramatische Videos füllten das Internet, die Feuerwehren kamen gar nicht mehr nach, Keller, Geschäftsräume und Tiefgaragen leer zu pumpen: Es entstanden Millionenschäden, weil Bäche wie der Liederbach und Sulzbach über ihre Ufer getreten waren.

          Heike Lattka

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

          Nach Einschätzung des Naturschutzbeirates Main-Taunus, in dem Politiker und Naturschutzverbände und Kommunalpolitiker gleichermaßen vertreten sind, wären die Folgen dieser Starkregenfälle zu verhindern gewesen, wenn alle Kommunen endlich ihre Beteiligung am Landesprogramm „100 wilde Bäche“ forcieren würden. Nicht der Klimawandel, sondern die Untätigkeit der Kommunen sei schuld, heben der Vorsitzende des Naturschutzbeirats, Hans-Joachim Menius, und Reinhold Habicht, Diplom-Ingenieur für Wasserwirtschaft, hervor. Diese Phänomene seien „hausgemacht“, sagen sie.

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