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„Mainauen werden zertrampelt“ : Naturschützer gegen Techno-Festival in Mainauen

Partytime: Sie tanzten 2018 im Love Family Park in Rüsselsheim ab – im Juli soll es wieder so weit sein Bild: Jana Mai

Im Juli soll der „Love Family Park“ in Rüsselsheim wieder eröffnen. 20.000 Techno-Fans werden erwartet. Der BUND findet das nicht so gut. Denn „eine lebende Wiese mit Milliarden von Kleinstlebewesen“ werde zertrampelt.

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          Freunde der Elektro- und Techno-Musik freuen sich schon auf den 18. Juli. Dann soll es auf einer Grünfläche am Rüsselsheimer Mainufer eine Neuauflage des seit 1996 bestehenden Ein-Tages-Festivals „Love Family Park“ geben, das nach Stationen in Hanau und Mainz nun zum dritten Mal in der Stadt ausgerichtet wird.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          Der Veranstalter des zuletzt von etwa 20.000 tanzfreudigen und musikbegeisterten Gästen besuchten Events hat durchblicken lassen, dass man sich das Mainvorland durchaus längerfristig als idealen Ort für ein grünes, ökologisches und nachhaltiges Festival vorstellen könne. Getreu der von der Agentur Cosmopop ausgerufenen Kampagne „Don’t destroy what you come to enjoy“. Tickets für das Samstagsvergnügen, unter anderem mit Künstlern wie Sven Väth, Amelie Lens, Boris Brejcha, Richie Hawtin und Nina Kraviz, gibt es zu Preisen von 49 Euro an.

          „Milliarden von Kleinstlebewesen“

          Nicht so positiv bewertet dagegen Herbert Debus vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Kreisverband Groß-Gerau, die alljährliche Zusammenkunft am Fluss, bei der „20.000 Menschen tanzend eine geschützte Au zertrampeln: eine lebende Wiese mit Milliarden von Kleinstlebewesen“. Schließlich habe auch die Untere Naturschutzbehörde vor der „Verwandlung des Biotops nach bereits zwei Zertrampelungen gewarnt“. Womit sich die Behörde laut Debus jedoch „zum „alleinigen Spielverderber gemacht hat“, da die Stadt die große Freiluftparty offensichtlich auf dem Mainvorland haben möchte.

          Dass der Magistrat vom Veranstalter noch ein Fachgutachten wünsche, das die Verträglichkeit der Party in einem Landschaftsschutz bescheinige, hält Debus für keine überzeugende Lösung: Denn Rüsselsheim erteile die Genehmigung für das Festival 2020 somit schon vor dem Nachweis seiner Genehmigungsfähigkeit.

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