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Nahrungsmittel : „Lebensmittel in Hessen sind sicher“

  • -Aktualisiert am

Geruchstest: Lebensmittelkontrolleure verlassen sich nicht nur auf die Laboranalytik Bild: dpa

Jede fünfte untersuchte Nahrungsmittelprobe in Hessen ist zu beanstanden. Wirklich gesundheitsschädlich sind jedoch nur 0,4 Prozent aller untersuchten Lebensmittel.

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          Die in Hessen angebotenen Lebensmittel sind nach Ansicht von Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Wilhelm Dietzel (CDU) sicher. Von mehr als 25.600 im vergangenen Jahr im Hessischen Landeslabor untersuchten Proben seien zwar 4690 und damit fast jede fünfte beanstandet worden.

          Ralf Euler
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Jedoch hätten lediglich 114 Proben (0,4 Prozent) als gesundheitsschädlich bewertet werden müssen. Die umfassende Überwachung von Lebens- und Futtermitteln „vom Feld bis auf den Teller“ habe sich bewährt, sagte Dietzel bei der Vorstellung des Jahresberichts der hessischen Lebensmittelkontrolleure für 2006.

          Risikowaren werden häufiger untersucht

          Die Beanstandungsquote liege schon seit Jahren bei etwa einem Fünftel, sagte der Minister. Bei der Überprüfung der Proben hätten zudem meist nur Kennzeichnungsmängel oder Abweichungen in der Zusammensetzung der Waren Anlass zur Kritik gegeben. Im Jahr 2005 seien noch mehr als 28.200 Produktkontrollen vorgenommen worden. Inzwischen seien es weniger, weil die Tests immer aufwendiger und teurer würden. „Die Zahl der Analysen sinkt, aber die Qualität der einzelnen Untersuchungen steigt“, so Dietzel.

          Auch die Zahl der Betriebskontrollen ging im vergangenen Jahr um rund 1200 auf 61.615 zurück, nicht zuletzt deshalb, weil sich die Prüfer während des „Gammelfleischskandals“ vorrangig um Kühlhäuser und Lebensmitteltransporte kümmern mussten. Von den mehr als 73.000 in Hessen registrierten lebensmittelverarbeitenden Betrieben seien rund 30.600 (42 Prozent) mindestens einmal kontrolliert worden. Die Beanstandungsquote liege im bundesweiten und europäischen Durchschnitt, sagte Viola Neuß, Referentin für Lebensmittelüberwachung im Landwirtschaftsministerium.

          Die 134 hessischen Lebensmittelkontrolleure bei den Kreisen und kreisfreien Städten arbeiten nach Darstellung des Ministers zunehmend „risikoorientiert“. Sowohl bei der Auswahl der überprüften Unternehmen als auch hinsichtlich der Häufigkeit der Untersuchungen und Probenentnahmen konzentriere man sich auf Risikobranchen und Risikowaren. Das heißt, dass beispielsweise bereits auffällig gewordene Firmen, aber auch Hackfleischverarbeiter und Hersteller von Babykost öfter kontrolliert werden als Betriebe anderer Branchen oder solche, die sich jahrelang nichts zuschulden haben kommen lassen.

          Beschwerden über das Internet

          Dietzel forderte die Verbraucher auf, Beschwerden – auch anonym – an die amtliche Lebensmittelüberwachung weiterzugeben, damit diesen nachgegangen werden könne. Über das Internet (www.verbraucherfenster.de) seien im Zeitraum von einem Jahr 43 Beschwerden über vermeintliche Mängel beim Nahrungsverkauf eingegangen, berichtete Neuß. In einem Drittel dieser Fälle hätten sich die Beanstandungen bei einer Überprüfung bestätigt.

          Die Oppositionsparteien im Landtag, SPD, Grüne und FDP, sprachen sich für eine Verstärkung der Lebensmittelkontrollen aus. Heinrich Heidel (FDP) forderte mindestens 150 Kontrolleure für Hessen. Der Grünen-Abgeordnete Martin Häusling beklagte die rückläufige Zahl der Überprüfungen; insbesondere die Anzahl der überwachten Großbetriebe sei „erschreckend gering“. Nur jeder vierte sei im vergangenen Jahr amtlich in Augenschein genommen worden. In der Gastronomie, zu der auch Kantinen und Großküchen zählten, sei es nur jeder zweite Betrieb gewesen.

          Gernot Grumbach (SPD) plädierte zudem für eine Evaluation der hessischen Lebensmittelkontrolle, die angesichts der anhaltenden Skandale wichtiger denn je sei. Zudem verlangte der Abgeordnete eine präzisere Berichterstattung durch das Ministerium. Es könne nicht sein, dass die wegen Hygienemängeln verhängte Schließung von Gaststätten, Imbissbuden und anderen Betrieben nicht erfasst werde. Diese Zahlen seien wichtige Parameter im Vergleich mit den Lebensmittelkontrollen in anderen Bundesländern.

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