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Nachts im Zoo : Muntere deutsche Ziegen in afrikanischer Nacht

Gern gesehen bei Tag und Nacht: ein Roter Panda im Opel-Zoo in Kronberg Bild: Marcus Kaufhold

Bewegungen im Wasser, merkwürdig quietschende Laute: Wer im Opel-Zoo in Kronberg auf „Zoofari“ geht, muss auf Überraschungen gefasst sein. Das Freigehege für Tierforschung hat zum Ende der Sommerferien seine Pforten zu ungewöhnlichen Zeiten geöffnet - für eine „Afrikanische Nacht“.

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          Die afrikanische Nacht steckt voller Gefahren. Eine Bewegung im Wasser ist kaum auszumachen, obwohl sich die Augen angestrengt aufs Dunkle richten. Immer mehr nähert sich der Besucher der Oberfläche und denkt gerade noch, dass das modrig riechende Gewässer nicht gerade zum Baden einlädt. Da ist plötzlich ein lautes Schnaufen zu hören, während im selben Augenblick eine Fontäne aus Dampf und Tropfen die Umstehenden unfreiwillig mit dem Lebensraum der Flusspferde in Berührung bringt. Schon ist der Urheber der Dusche wieder in den schwarzen Fluten versunken, um die nächsten Opfer in Sicherheit zu wiegen.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Wer im Opel-Zoo auf „Zoofari“ geht, muss auf Überraschungen gefasst sein. Auf merkwürdig quietschende Laute etwa, die an das Geschrei übermütiger Kinder erinnern. Doch nicht einer der zahlreichen jungen Besucher ist der Urheber, sondern die vietnamesischen Sikahirsche. In der Dunkelheit erscheint die vertraute Umgebung in einem neuen, nur von Feuerkörben und Kerzen erhellten Licht. Inzwischen ist es Tradition geworden, dass das Freigehege für Tierforschung seine Pforten am Ende der Sommerferien für die „Afrikanische Nacht“ zu ungewöhnlichen Zeiten öffnet. Nun war es wieder einmal soweit, und Zoodirektor Thomas Kauffels konnte sich anfangs am Bild seines Lieblingstiers erfreuen: der Kassenschlange.

          Erdmännchen sind Raubtiere - und beliebt

          Nicht jeder lässt sich einfach in das Unbekannte treiben. Eine ganze Reihe Menschen hat offenbar das Programm genau studiert und findet sich schon vor 21 Uhr pünktlich am Gehege der Erdmännchen ein. Die langgestreckten Tiere mit dem ernsten Blick sind die unbestrittenen Lieblinge vieler Zoobesucher. Noch herrscht zwar Dämmerlicht, doch die kleinen Kerle sind keine Nachteulen und gehen gewöhnlich früh schlafen, wie Zoopädagogin Claudia Kandler dem Publikum erklärt. Da muss Tierpflegerin Judith Wantia schon mit mehr als ein bisschen Pfeifen locken: In einem Eimer winden sich Mehlwürmer. Da kommen die drei Weibchen und das Männchen aus ihrer Höhle und machen sich über die lebendige Nahrung her. Mindestens einer der vier hält dabei nach Feinden Ausschau, die in ihrer südafrikanischen Heimat vor allem aus der Luft kommen. Kandler rückt das Bild der putzigen Erdmännchen zurecht, die Raubtiere aus der Familie der Mangusten seien. Ihrer Beliebtheit tut das keinen Abbruch.

          Nicht alle Tiere lassen sich von dem Trubel anstecken. Die maurischen Landschildkröten zum Beispiel haben die Köpfe eingezogen und längst Feierabend gemacht. Von wegen afrikanische Nacht: Der bunten deutschen Edelziege im Streichelzoo hingegen ist die Uhrzeit egal, solange irgendjemand den Eindruck macht, er könnte Futter zwischen den Fingern halten.

          Fühlen wie auf Safari

          Inzwischen ist es dunkel geworden, und an manchen Gehegen sind weder die Erläuterungstafeln noch die zugehörigen Tiere zu erkennen. Da ist das weiße Alpaka gegenüber seinen braunen Artgenossen im Vorteil. Jenseits des Rentbachs werden die Elefanten gefüttert, und auch hier ist der Andrang groß. Ein Scheinwerfer erhellt die Szenerie, denn sonst würde man selbst von den gewaltigen Dickhäutern nicht mehr viel sehen. Die Aussicht auf frisches Grün und alte Brötchen macht die drei Elefantendamen munter. Ein Stück weiter versinkt der Wald im Dunkeln; nur die flackernden Kerzenlichter am Boden weisen den Weg. Der Luchs oder die europäische Wildkatze werden jetzt munter, und auch die Stachelschweine müssen für die Schaufütterung nicht geweckt werden: Sie sind nachtaktiv.

          Am alten Giraffengehege am Philosophenweg ist der Besucherstrom nicht ganz so dicht. Die Grillen zirpen und bekommen nur Konkurrenz durch das Trommeln der afrikanischen Musiker. Wenn sich dann die großen Schatten der langhalsigen Tiere plötzlich vor dem Nachthimmel abzeichnen, kann man sich tatsächlich wie auf Safari fühlen.

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