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Verspätungsflüge in Frankfurt : Weniger Starts und Landungen während Nachtflugverbots

  • Aktualisiert am

Ausnahmsweise: Nach 24 Uhr dürfen Flugzeuge in Frankfurt nur in Sonderfällen landen Bild: dapd

Trotz Nachtflugverbots starten und landen am Frankfurter Flughafen hunderte Flugzeuge im Jahr. Nach Höchstständen 2018 deuten neue Zahlen für das erste Halbjahr nun Entspannung an, dennoch bleibt das Thema Fluglärm für den Verkehrsminister eine Dauerbaustelle.

          Die Flugbewegungen während des Nachtflugverbots am Frankfurter Airport sind nach Rekordständen im vergangenen Jahr zuletzt deutlich zurückgegangen. In der ersten Jahreshälfte 2019 setzten 261 Flugzeuge nach 23 Uhr auf, wie das Verkehrsministerium in Wiesbaden mitteilte. Im Vorjahreszeitraum waren es mit 570 Landungen noch mehr als doppelt so viele. Auch die Zahl der verspäteten Starts ging in den ersten sechs Monaten zurück - von 297 im Jahr 2018 auf 235 in diesem Jahr.

          „Die Situation ist besser geworden. Zufrieden bin ich aber noch nicht“, sagt Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen). Der Rückgang bei Starts und Landungen sei das Ergebnis des hohen Kontrolldrucks, den die hessischen Aufsichtsbehörden ausgeübt hätten. Dadurch hätten mehrere Airlines ihre Pläne angepasst und Flüge vorverlegt, erklärte der Minister.

          Landungen bis 24 Uhr möglich

          An Deutschlands größtem Flughafen gilt von 23 bis 5 Uhr ein sechsstündiges Verbot für Flugbewegungen. Verspätete Maschinen dürfen noch bis 24 Uhr landen, sofern die Verspätung sich nicht aus der Gestaltung des Flugplans ergibt. Starts sind nur mit Einzelgenehmigung möglich.

          Die meisten verspäteten Landungen nach 23 Uhr entfielen nach Angaben des Verkehrsministeriums auf die Lufthansa, Tuifly, den Billigflieger Ryanair und die Airline Condor. Die Zahl der verspäteten Starts sank vor allem im Mai und Juni im Vergleich zu den Vorjahresmonaten - dabei mussten im Juni sogar wegen zwei Gewitternächte Ausnahmegenehmigungen für 65 der insgesamt 105 verspäteten Starts erteilt werden. Die Fluggesellschaften waren in dieser Zeit also nicht für die Verspätungen verantwortlich.

          Ziel: Fluglärm eindämmen

          Im gesamten vergangenen Jahr war bei den Landungen während des Nachtflugverbots ein neuer Höchststand registriert worden: 1098 Maschinen setzen zwischen 23 Uhr und Mitternacht auf - so viele wie noch nie seit der Einführung des Verbots im Jahr 2012.

          Um den Fluglärm weiter einzudämmen, hatte vor kurzem der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport angekündigt, künftig für Landungen während des Nachtflugverbots deutlich höhere Gebühren verlangen zu wollen. Entsprechende Forderungen hatte zuvor die Frankfurter Fluglärmkommission erhoben.

          Der Verkehrsminister begrüßt den Vorstoß: „Ich setze mich seit Jahren dafür ein, dass Starts und Landungen nach 23 Uhr teurer werden. Verspätungen dürfen sich für die Fluggesellschaften nicht rechnen“, sagte Al-Wazir. Fraport scheine sich nun in Richtung der Forderungen der Kommission zu bewegen. Allerdings bestimme Fraport die Höhe der Entgelte, nicht das Ministerium, betonte der Minister.

          Nach der derzeit geltenden Gebührenordnung aus dem Jahr 2017 berechnet Fraport bei verspäteten Starts und Landungen zwischen 23 und 24 Uhr einen Zuschlag von 200 Prozent bei den Lärmentgelten. An anderen deutschen Flughäfen sind höhere prozentuale Zuschläge üblich, allerdings auf teils deutlich niedrigerem Gebührenniveau.

          Nach Fraport-Angaben will das Unternehmen voraussichtlich noch in diesem Monat beim hessischen Verkehrsministerium einen neuen Entgeltantrag stellen. Dieser war in den ersten Juli-Tagen noch nicht eingegangen.

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