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Nachbarstädte : „Frankfurt und Offenbach wachsen zusammen“

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Eigentumswohnungen neben dem Becken: Das Hafenprojekt von Ardi Goldman in Offenbach kommt voran. Bild: Eilmes, Wolfgang

Frankfurts Planungsdezernent Cunitz und Offenbachs Oberbürgermeister Schneider loben überschwänglich die Kooperation ihrer Städte. Sie gilt angeblich auch für die Multifunktionshalle im Kaiserlei-Gebiet.

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          Der Frankfurter Bürgermeister Olaf Cunitz (Die Grünen) rechnet damit, dass die Nachbarstädte Offenbach und Frankfurt in den nächsten anderthalb Jahrzehnten zusammenwachsen und immer stärker „als Einheit agieren“ werden. Bei einer Diskussionsveranstaltung im früheren Offenbacher Hafen sagte Cunitz am Dienstag, die Planungsdezernenten beider Städte müssten eine klare Agenda aufstellen, um dieses Ziel zu erreichen. Das Zusammenwachsen beider Städte könne beispielgebend für die Region werden. Frankfurt und Offenbach müssten „Motor der Region“ sein: „Mit der Kleinstaaterei kommen wir auf Dauer nicht weiter.“ Cunitz ist Frankfurter Planungsdezernent, in Offenbach ist Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) für die Stadtplanung zuständig.

          Laut Cunitz agieren die Nachbarstädte auf einigen Gebieten schon seit langem gemeinsam. Das zeige sich bei der Entwicklung des alten Offenbacher Hafens und bei der Übereinkunft, die mit den Frankfurter Osthafenbetrieben getroffen worden sei. Dadurch sei die Wohnbebauung auf der Hafeninsel erst möglich geworden. Das gemeinsame Vorgehen könne sich auch auf die weitere Flächenentwicklung beziehen. In puncto Bau einer Multifunktionshalle im Kaiserlei-Gebiet an der Grenze der Nachbarstädte arbeite man ebenfalls schon zusammen.

          Vereinigung zu einer Stadt eher unwahrscheinlich

          Zudem sollten Frankfurt und Offenbach gegenüber dem Land Hessen gemeinsam auftreten. Das betreffe zum Beispiel den im Hafen geplanten Neubau der Offenbacher Hochschule für Gestaltung (HfG) und den Neubau der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Bei beiden Projekten stehe das Land jetzt in der Pflicht, eine klare Aussage zu treffen. Der Offenbacher Oberbürgermeister Schneider bezeichnete das Plädoyer von Cunitz für eine vertiefte Partnerschaft als „pragmatisch, konstruktiv und visionär“. Konflikte gebe es nicht. Die institutionelle Verfasstheit der Rhein-Main-Region nannte Schneider anachronistisch. Dass sich allerdings Frankfurt und Offenbach zu einer Stadt vereinen könnten, hält Schneider angesichts des zu erwartenden politischen Widerstands für wenig wahrscheinlich.

          Cunitz und Schneider diskutierten zusammen mit dem Frankfurter Immobilieninvestor Ardi Goldman und Daniela Matha, der Geschäftsführerin der stadteigenen Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG), über die Entwicklung Offenbachs und der Region. Die OPG betreibt die Umwandlung des alten Offenbacher Hafens zu einem Quartier, in dem Wohnen, Arbeiten und Freizeit miteinander verbunden sind – dem Mainviertel. In dieser Entwicklung sieht sich Goldman als ein Vorreiter.

          Er nimmt für sich in Anspruch, im Offenbacher Hafen ein architektonisch ambitioniertes Gebäude zu errichten. Es bekommt den Namen „Luv&Lee“ und soll bis zum nächsten Herbst fertiggestellt werden. Goldman investiert in das Vorhaben zirka 15 Millionen Euro. Nach einem Entwurf des Frankfurter Büros Klein und Architekten entstehen neben dem Hafenbecken in zwei Gebäudeteilen 27 Eigentumswohnungen in sogenannter Split-Level-Bauweise. Das heißt, die Wohnungen erstrecken sich über mehrere Ebenen. Im Erdgeschoss wird ein Restaurant der Gastronomiekette „L’Osteria“ eingerichtet. Auch will sich Goldman bei zwei oder drei weiteren Bauprojekten im Hafen als Investor engagieren.

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