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Nach Buchenwald-Besuch : Schüler spielen antisemitische Lieder ab: Schule erstattet Anzeige

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Tor zum Ort des Schreckens: Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar Bild: Helmut Fricke

Drei Jugendliche sind wegen des Verdachts der Volksverhetzung von ihrer Schule angezeigt worden. Laut Schulleitung haben sie während der Rückfahrt vom früheren KZ Buchenwald antisemitische Lieder abgespielt.

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          Weil auf der Rückfahrt von einem Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald antisemitische Lieder abgespielt wurden, hat die Schulleitung der Theo-Koch-Schule in Grünberg Anzeige gegen drei Schüler erstattet. Es werde wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen die 14 Jahre jungen Schüler ermittelt, sagte ein Polizeisprecher in Gießen. Die Schüler hatten den Angaben zufolge am 15. Oktober auf dem Rückweg von dem Schulausflug zur Gedenkstätte Buchenwald in Thüringen die Lieder im Bus abgespielt. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

          Der Kreis Gießen stellte sich in einer Mitteilung an die Seite der Schulleitung. Da es um den Verdacht der Volksverhetzung gehe, sei die richtige Konsequenz gewählt worden, sagten Landrätin Anita Schneider (SPD) und Schuldezernentin Christiane Schmahl laut Mitteilung vom Freitag. Vorkommnisse mit solch strafrechtlicher Relevanz müssten bei der Polizei zur Anzeige gebracht werden.

          Die Polizei hatte die Ermittlungen am vergangenen Dienstag aufgenommen. Am Montag gab es zunächst keine weiteren Erkenntnisse in dem Fall, sagte der Sprecher.

          Den Angaben des Landkreises zufolge wurde die Theo-Koch-Schule bereits mehrfach für ihre Arbeit in der Extremismus-Prävention ausgezeichnet. In den neunten Klassen werde seit Jahren ein viermonatiges Projekt zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus durchgeführt. Der aktuelle Vorfall verdeutliche die Wichtigkeit von Initiativen gegen Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Gewalt in allen Bereichen der Gesellschaft, erklärte die Landrätin.

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