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Nach Baby-Tod in Bad Vilbel : Nur mäßige Teilnahme an Massen-Gentest

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Massengentest in Bad Vilbel: Bisher hat nicht einmal die Hälfte der rund 1500 in Frage kommenden Frauen teilgenommen Bild: dpa

Noch bis Sonntag nimmt die Polizei in Bad Vilbel noch Speichelproben. Sie hofft, auf diese Weise die Mutter eines tot aufgefundenen kleinen Mädchens zu finden. Bisher hat aber nicht einmal die Hälfte der in Frage kommenden Frauen am Gentest teilgenommen.

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          Auch eine Woche nach Beginn eines freiwilligen Massen-Gentests in Bad Vilbel haben weniger als die Hälfte der angeschriebenen Frauen in der Stadt Speichelproben abgegeben: Auf der Suche nach der Mutter eines getöteten Babys wurden nach Angaben der Polizei bislang rund 700 der 1500 betroffenen Frauen aus Bad Vilbel untersucht. Die Ermittler hoffen, dass bis zum Ende des Tests am Sonntag noch weitere zu der Reihenuntersuchung kommen. Es ist Hessens erster Massen-Gentest mit Frauen.

          „Die Frauen helfen uns mit ihrer Teilnahme, ein Tötungsdelikt aufzuklären“, sagte Polizeisprecher Jörg Reinemer am Freitag in Friedberg. Der Säugling war Ende Mai in der Wetterau-Stadt am Ufer des Flüsschens Nidda gefunden worden. Das Mädchen hatte nach der Geburt noch gelebt und war offenbar erstickt worden.

          Erhöhter Druck auf die Mutter vermutet

          „Wir gehen davon aus, dass am Wochenende noch einmal ein Schub von Frauen kommt“, sagte Reinemer. Der Test läuft seit Freitag vergangener Woche im Feuerwehrzentrum von Bad Vilbel. Alle Frauen, die nicht erscheinen, bekommen Besuch von der Polizei und werden eingehend befragt. Die Untersuchung soll den Kreis der Verdächtigen eingrenzen. „Wir hoffen natürlich auch, dass sich die Mutter durch den erhöhten Druck freiwillig meldet“, erklärte der Polizeisprecher.

          Die anonymisierten Speichelproben werden in einem Labor in Münster in Nordrhein-Westfalen mit der DNS der Mutter verglichen. Die Ermittler hatten die Genspuren auf dem Leichnam des Babys sicherstellen können. Die Ergebnisse sollen in einigen Wochen vorliegen. Gibt es keinen Treffer, ist eine weitere Untersuchungsreihe geplant.

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