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Nach Angaben des RKI : 958 bestätigte Neuinfektionen in Hessen

  • Aktualisiert am

Alkoholverbot: Am Frankfurter Mainufer weisen neue Schilder auf die Maskenpflicht hin. Bild: Lando Hass

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen in Hessen ist laut RKI am Freitag um 958 gestiegen. Im Kreis Darmstadt-Dieburg müssen rund 150 Personen in Quarantäne bleiben.

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          Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Hessen hat sich am Freitag im Vergleich zum Vortag um 958 erhöht. Damit wurden seit Beginn der Pandemie 29.398 Menschen in dem Bundesland positiv getestet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte (Stand 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle, die mit Covid-19 in Verbindung gebracht werden, nahm um 7 auf 600 zu.

          Am Donnerstag hatte das Robert-Koch-Institut mit 1133 Neuinfektionen einen neuen Rekord für Hessen gemeldet.Der bisherige Rekord von 882 weiteren Infizierten datierte vom 17. Oktober.

          Von Kommunen selbst gemeldete Zahlen können von den RKI-Zahlen abweichen, da sie die Daten mit Zeitverzögerung weitergeben. Zahlen, die die Kommunen selbst nennen, sind in der Regel aktueller als die des RKI oder des hessischen Sozialministeriums.

          Nach dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin lagen am Donnerstag in Hessen 90 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen (Stand 12.15 Uhr). Das entspreche fünf Prozent der belegten Intensivbetten. 40 Patienten wurden beatmet.

          Mehrere Corona-Fälle in einer Gemeinschaftsunterkunft

          Für den Hotspot Frankfurt wies das RKI am Freitag 134,9 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tage aus, das sind etwas weniger als am Vortag. Am Donnerstag hatte sich die Stadt mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 143,8 am Donnerstag an die Spitze der Liste der Hotspots in Hessen gesetzt. Für die Stadt meldete das RKI 5651 nachgewiesene Fälle, das sind 68 mehr als am Vortag. Drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus sind zu beklagen.

          Auch in Offenbach bleibt das Infektionsgeschehen besorgniserregend, auch wenn die Zahlen etwas zurückgehen. Für die Nachbarstadt von Frankfurt steht ein Wert von gut 112,1 zu Buche nach 126 zuvor. Im Kreis Groß-Gerau ist die Inzidenz abermals angestiegen und liegt nun bei 122,2 (Vortag: 110). In Kassel liegt die Inzidenz weiterhin unter 100, stieg am Freitag aber von 70 auf 79,2 wieder leicht an.

          Im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist die Inzidenz derweil sprunghaft auf über 100 angestiegen. Während der Landkreis am Donnerstag noch 69,8 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen Wochenfrist verzeichnete, meldet das RKI am Freitag einen Wert von 107,6. Dieser starke Anstieg dürfte auf mehrere Corona-Fälle in einer Gemeinschaftsunterkunft im Kreis Darmstadt-Dieburg zurückzuführen sein. Dort müssen rund 150 Menschen in Quarantäne bleiben. Wie die Kreisverwaltung am Donnerstag in Darmstadt mitteilte, waren zuvor 23 Bewohner der Unterkunft in Münster-Breitefeld positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am Freitag sollen nun alle übrigen Bewohner getestet werden. Der Kreis lobte die Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber aus der fleischverarbeitenden Industrie als „vorbildhaft“. Alle von Infektionen betroffenen Menschen seien derzeit bei „guter Gesundheit“, hieß es.

          Das hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. In den ersten Wochen der Pandemie berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

          Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

          Maskenpflicht und Alkoholverbot am Frankfurter Mainufer

          Es hat ein paar Tage gedauert, bis die Corona-Hinweisschilder überhaupt angefertigt waren. Nun haben die Mitarbeiter des Grünflächenamts sie beispielsweise am Mainufer montiert. Denn seit diesem Montag gilt in der gesamten Innenstadt eine Maskenpflicht. Damit es nicht weiter zu Verständnisproblemen kommt, hat die Stadt ihre Allgemeinverfügung zur Bekämpfung des Virus präzisiert: Zur Innenstadt zählten auch das Mainufer auf beiden Seiten sowie die Wallanlagen.

          Der Corona-Verwaltungsstab der Stadt hat zudem verfügt, dass außer auf Plätzen und bestimmten Straßenabschnitten auch in einigen Grünanlagen und Parks ein ganztägiges Alkoholverbot gilt. Das betrifft außer Mainufer und Wallanlagen vor allem jene Parks, in denen in den vergangenen Monaten trotz aller Pandemie-Restriktionen fast täglich Partys gefeiert wurden. In der Verfügung ist deshalb noch einmal detailliert aufgelistet worden, dass der Konsum von Alkohol auch im Grüneburgpark, Günthersburgpark und im Hafenpark am Main verboten ist. Im Grünflächenamt dürfte man sehr zufrieden sein mit dieser Entscheidung. Die Feiernden haben seit Ausbruch der Pandemie dort nicht nur Abfallberge hinterlassen, sondern im alkoholisierten Zustand auch oft Flaschen zerschlagen. Glassplitter bohren sich tief in den Rasen, gefährden dadurch andere und erschweren den Mitarbeitern das Mähen und Pflegen der Grünanlagen.

          Vom generellen Alkoholverbot sind auch andere Party-Hotspots betroffen, wie etwa Luisen-, Matthias-Beltz- und Friedberger Platz im Nordend sowie der Liebfrauenberg inklusive Vorplatz der Kleinmarkthalle in der Innenstadt. Für den Opernplatz gilt die Anordnung ebenso wie für den Kettenhofweg von der Niedenau in Richtung Alte Oper. Dieser Straßenabschnitt war wegen eines Kiosks im Sommer zur After-Work- und Partymeile geworden. (mch)

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