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Täter auf der Flucht : Mutter mit Schuss in den Hals getötet

Tatort: In diesem Auto wurde die Frau in Offenbach erschossen. Bild: dpa

Mitten in der Offenbacher Innenstadt erschießt ein Mann eine wartende Mutter durch ihre Autoscheibe. Eine Beziehungstat will die Polizei weder bestätigen noch dementieren. Auch dass es sich nur um einen Täter handelt, ist fraglich.

          Nach dem gewaltsamen Tod einer 44 Jahre alten Frau in der Offenbacher Innenstadt haben Polizei und Staatsanwaltschaft nun mitgeteilt, dass die Frau durch einen gezielten Schuss in den Hals getötet wurde. Das habe die Obduktion in der Rechtsmedizin der Universität Frankfurt ergeben. Die Fahndung nach einem 42 Jahre alten Mann, der geschossen haben soll, wurde derweil fortgesetzt. Die Frau hat den Ermittlungen zufolge am Straßenrand in ihrem Porsche Panamera mit Frankfurter Kennzeichen vor einem Haus an der Luisenstraße in Offenbach gewartet. Der Mann hat aus einem grauen Audi A4 mit Offenbacher Kennzeichen heraus durch das geschlossene Seitenfenster des Porsches auf die Frau gefeuert und sie so schwer verletzt, dass sie noch im Rettungswagen starb.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Den Audi ließ der Mann wenig später nur rund einen Kilometer vom Tatort entfernt in der Klingsporstraße zurück. Das Fahrzeug soll er sich geliehen haben. Eine Tat im Banden- oder Rockermilieu schloss ein Polizeisprecher aus. Er wollte aber keine konkreten Angaben zu den tatsächlichen Hintergründen machen. Die Vermutung, es könne sich um eine Tat mit familiärem Hintergrund oder eine Beziehungstat handeln, wollte er nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren. Es sei davon auszugehen, dass der Mann gewusst habe, dass die Frau um diese Zeit an diesem Ort im Auto warten würde.

          Der Staatsanwaltschaft zufolge wollte die später Getötete dort ihr Kind abholen. In der unmittelbaren Umgebung des Tatortes an der Einfahrt zum Quartier Luisenhof befindet sich eine Sportschule, in der auch Kinder in Kampfsportarten unterwiesen werden. Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge soll das spätere Opfer auf ihren 13 Jahre alten Sohn gewartet haben, der dort trainiert habe. In dem Bericht heißt es weiter, dass es sich bei dem zur Fahndung ausgeschriebene Täter um einen Mann marokkanischer Herkunft und bei dem Opfer um eine Deutsch-Marokkanerin handele. Einen solchen Migrationshintergrund hatte der Polizeisprecher auf Nachfrage nicht bestätigen wollen.

          Durch die Scheibe des Autos traf die Kugel das Opfer.

          Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei baten um die Mithilfe der Bevölkerung. Jeder, der Angaben zu dem Geschehen an der Luisenstraße, Nähe Frankfurter Straße, machen könne solle sich melden, lautete der Aufruf. Die Ermittler hoffen vor allem auf Zeugen, die beobachtet haben, wie der graue Audi an der Klingsporstraße abgestellt wurde und wie der Täter anschließend seine Flucht fortgesetzt hat. Die Polizei schließt auch nicht aus, dass mehrere Personen im Wagen des Täters gesessen haben. Um das zu klären, wird das Fahrzeug des Verdächtigen nun kriminaltechnisch untersucht.

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