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Mord an Walter Lübcke : Stephan E. unterstützte AfD im Wahlkampf

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Der Tatverdächtige im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke nach einem Haftprüfungstermin im Juli 2019 Bild: dpa

Der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten half der hessischen AfD im Juni 2018 beim Plakatieren. Zudem besuchte Stephan E. mehrere Veranstaltungen der Partei in Kassel.

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          Stephan E., der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, hat die hessische AfD im Landtagswahlkampf 2018 unterstützt. Einen entsprechenden Bericht des Norddeutschen Rundfunks bestätigte die AfD der F.A.Z. am Dienstagabend.

          Danach war E. „bei einigen für alle interessierten Bürger frei zugänglichen Veranstaltungen der AfD in Kassel-Stadt zugegen“. Außerdem half er im Jahr 2018 einmal auch beim Plakatieren. Nachdem der Sprecher der Kasseler AfD und weitere Parteimitglieder E. nach dem Mord im Juni auf Bildern erkannt hätten, seien sowohl die Landes- und Bundesspitze der Partei als auch die Polizei informiert worden.

          Am 24. Juni habe ein Gespräch mit der eingesetzten Sonderkommission stattgefunden. „Die weitere Steuerung der Informationen wurde von der AfD komplett den Behörden überlassen“, hieß es von der hessischen AfD. Eine parteiinterne Prüfung habe ergeben, dass E. nicht AfD-Mitglied habe werden wollen, so die hessische AfD weiter.

          In dem Bericht des NDR heißt es, der Bundesverband der AfD habe im September 2019 über einen Anwalt mitgeteilt, dass eine Nähe zwischen dem Mordverdächtigen und der Partei „in keinster Weise bestand oder besteht“.

          Janine Wissler, die Vorsitzende der Linksfraktion im Hessischen Landtag, zeigte sich empört. „Wer mit Rechtsterroristen zusammenarbeitet, hat in Parlamenten nicht zu suchen“, sagte sie.

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