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: "Monopoly" kommt jetzt aus Dreieich

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Ob die Zufahrt zum "Dreieich Plaza" an der Offenbacher Straße in Dreieich-Sprendlingen demnächst wohl in "Parkstraße" oder "Schloßallee" umbenannt wird? Passend wäre es, denn seit wenigen Wochen ist dort die Hasbro Deutschland GmbH zu Hause.

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          Ob die Zufahrt zum "Dreieich Plaza" an der Offenbacher Straße in Dreieich-Sprendlingen demnächst wohl in "Parkstraße" oder "Schloßallee" umbenannt wird? Passend wäre es, denn seit wenigen Wochen ist dort die Hasbro Deutschland GmbH zu Hause. Zweieinhalb Etagen hat die hiesige Dependance des amerikanischen Spieleherstellers im Gebäude 2A des Bürokomplexes bezogen. In Deutschland ist der Name Hasbro noch nicht so populär; Spiele der Hasbro-Marken Parker und MB kennt dagegen fast jedes Kind. Der Parker-Klassiker "Monopoly", bei dem der Besitz von "Parkstraße" und "Schloßallee" eine Partie entscheiden kann, hat damit ebenfalls in Dreieich eine neue Heimat gefunden.

          Erst seit 1991 firmiert das Unternehmen auch in Deutschland unter dem Namen Hasbro. MB und Parker, hierzulande seit den sechziger Jahren präsent, waren früher eigenständige Firmen, wurden aber von Hasbro aufgekauft. War MB ursprünglich bei Fürth und Parker in Rodgau angesiedelt, so wurde bei der Zusammenlegung erst Rodgau, später Dietzenbach als Standort gewählt: Etwa zwölf Jahre war das Unternehmen dort ansässig, zuletzt reichte allerdings der Platz für die knapp 100 Mitarbeiter nicht mehr.

          Auf der Suche nach einem neuen Domizil fiel die Wahl auf Dreieich: Die Stadt liege verkehrsgünstig und in der Nähe des Frankfurter Flughafens. Die Räume im "Dreieich Plaza" bezeichnet PR-Managerin Hartenstein als "kommunikativer". Einige Kartons erinnern daran, daß der Umzug noch nicht lange zurückliegt. Auf 110 bis 120 Millionen Euro beziffert Hartenstein den jährlichen Umsatz von Hasbro Deutschland. Für die Stadt Dreieich ist die Ansiedlung nicht nur aus Imagegründen von Bedeutung; sie hofft, daß Hasbro auch die Gewerbesteuereinnahmen steigen läßt.

          Neben Hartensteins Schreibtisch steht "Furby". Die an einen Gremlin erinnernde Figur wurde 1999 schon einmal auf den Markt gebracht und erlebte im vergangenen Jahr eine Renaissance: Mit Hilfe von "Emototronics" kann "Furby" Sätze "verstehen" und je nach Stimmung "antworten". "Furby" ist eines von etwa 600 Produkten im Hasbro-Portfolio, das neben Spielen von Parker ("Trivial Pursuit", "Cluedo") und MB ("Vier gewinnt") auch "Play-Doh"-Knete, "Playskool"-Autos, "Star Wars"-Figuren und vieles mehr umfaßt. Beliefert werden die Spielwarenhändler nicht aus Dreieich, sondern aus Soest in Westfalen: Dort befindet sich das Lager, das Kinder und Erwachsene in 20 europäischen Ländern versorgt.

          Das vergangene Jahr sei für Hasbro "relativ gut" gewesen, sagt Hartenstein. Auch in wirtschaftlich schwierigen Jahren werde Spielzeug gekauft, wenn es Themen gebe, "die die Kinder sehr reizen und mitziehen". Zum Beispiel "Beyblade" - kleine Kampfkreisel, deren Popularität von einer japanischen Fernsehserie gefördert wurde. Bis zu drei Monate dauert es, ehe ein im Fernen Osten gefertigtes Produkt in Deutschland eintrifft. Wenn die Nachfrage plötzlich jäh steige, könne es schwierig werden, den gewünschten Artikel rechtzeitig zu liefern. Spielwaren seien "ein Stück weit Risikogeschäft", sagt Hartenstein. Bei Brettspielen sind die Transportwege kürzer: Sie werden in Irland hergestellt.

          Trotz aller Neuheiten bleiben auch die "Klassiker" gefragt: Das Strategiespiel "Risiko" wurde im vergangenen Jahr um eine "Star Wars"-Variante bereichert; 2006 kommt eine Ausgabe "Die Chroniken von Narnia" hinzu. Auch "Monopoly" hat sich längst zu einer ganzen Spielfamilie gemausert: Wer möchte, kann sich mit einer Europa-Edition vergnügen, auf einer Weltreise die Niagara-Fälle und die Pyramiden von Gizeh kaufen oder moderne Zahlungsmittel - Kreditkarte samt Lesegerät - zum Zahlen nutzen. Und für dieses Jahr ist natürlich eine Version zur Fußball-Weltmeisterschaft vorgesehen. Für Hasbro, sagt Hartenstein, sei "Monopoly" nach wie vor ein Renner. es.

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