https://www.faz.net/-gzg-a1su4

Neuer Corona-Hygieneplan : Rückkehr zum Regelbetrieb an hessischen Schulen

Kein Abstand mehr: Schulen kehren zu Normalität zurück. Bild: Wonge Bergmann

Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in den Klassenzimmern soll auch weiterhin nicht verpflichtend sein: Hessen will nach den Ferien weitere Lockerungen in den Schulen. Auch die Abstandsregel fällt.

          1 Min.

          Mit Blick auf das neue Schuljahr hat das Kultusministerium seinen Corona-Hygieneplan aktualisiert. So soll der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Schülern, Lehrern und Betreuern während des Unterrichts aufgehoben werden. Außerdem sollen sich Lehrer in der letzten Ferienwoche auf eine mögliche Infektion testen lassen können. Mit der Aktualisierung des Hygieneplans will das Ministerium eine Rückkehr zum Regelbetrieb ermöglichen.

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in den Klassenzimmern soll auch weiterhin nicht verpflichtend sein, wie ein Ministeriumssprecher sagte. Jedoch kann durch die Schulleitung das Tragen der Masken außerhalb der Klassenzimmer, etwa auf dem Pausenhof, angeordnet werden. Außerdem gilt: Alle 45 Minuten sollen Klassen-, Besprechungs- und Lehrerzimmer gelüftet werden, auf Körperkontakte, wie etwa Umarmungen, soll verzichtet werden. Sportunterricht, Musikunterricht und Unterricht im darstellenden Spiel darf im neuen Schuljahr wieder angeboten werden, jedoch gelten auch hier strengere Auflagen. So soll beim Musikunterricht auf gemeinsames Singen verzichtet, beim Sportunterricht der Körperkontakt auf das „sportspezifisch notwendige Maß“ reduziert werden.

          Auch wenn der Hygieneplan das Einhalten des Mindestabstands während des Unterrichts nicht mehr vorschreibt, empfiehlt das Ministerium dennoch, sich „insbesondere bei Besprechungen, Konferenzen sowie schulbezogenen Veranstaltungen“ an die 1,5-Meter-Abstandsregel zu halten. Den Plan für die Schulen will das Ministerium je nach Entwicklung des Infektionsgeschehens nötigenfalls weiter anpassen. Bei Bedarf, heißt es, „können zusätzliche Schutzmaßnahmen getroffen werden“.

          Die geplanten Regelungen im Überblick

          Mindestabstand: Die 1,5-Meter-Abstand-Regel gilt zwischen Lehrern, Schülern und Betreuern innerhalb des Klassenverbandes für den Präsenzunterricht nicht mehr. Der Mindestabstand soll jedoch beispielsweise bei Konferenzen oder Schulveranstaltungen nach wie vor eingehalten werden.

          Mund-Nase-Schutz: Die Schulleitung kann für die Zeiten außerhalb des Präsenzunterrichts im Klassen- oder Kursverband das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung im Schulgebäude anordnen, soweit dies durch die Verhältnisse vor Ort erforderlich ist. Eine solche Vorgabe geschieht in Absprache mit dem Gesundheitsamt.

          Tests: Jede hessische Lehrkraft kann sich voraussichtlich in der letzten Ferienwoche auf eine mögliche Corona-Infektion testen lassen. Dafür wurde gemeinsam mit dem Sozialministerium ein Test-Konzept ausgearbeitet. Außerdem soll in den Schulen noch in den Ferien eine weitere große Lieferung mit persönlicher Schutzausrüstung für Lehrerinnen und Lehrer ankommen.

          Sportunterricht darf wieder in allen Schulformen und Jahrgangsstufen unterrichtet werden - es gelten jedoch Schutzmaßnahmen. Zuletzt waren Kontaktsportarten nur mit maximal zehn Personen möglich. Künftig wird unter anderem jeder Schülergruppe ein festgelegter Bereich innerhalb der Sportstätte zugewiesen, die Gruppen dürfen sich nicht mischen. Der direkte körperliche Kontakte sollte auf das „sportartspezifisch notwendige Maß“ reduziert werden, heißt es in einer Anlage zum Hygieneplan. Überörtliche schulsportliche Wettbewerbe bleiben verboten.

          Musikunterricht ist unter Einhaltung von Vorgaben möglich. Gemeinsames Singen und gemeinsames Musizieren mit Blasinstrumenten bleibt aber bis Ende Januar 2021 im Klassenraum untersagt - die Lehrer müssen dafür mit den Schülern ins Freie gehen.

          Hygieneregeln: Menschen mit Krankheitssymptomen, die auf Covid-19 hindeuten, dürfen die Schulen nicht betreten. Auf Körperkontakte wie Umarmungen und Händeschütteln soll weiter verzichtet werden. Mindestens alle 45 Minuten muss ein Klassenraum gründlich gelüftet werden. Das Ministerium empfiehlt, die Corona-Warn-App zu nutzen.

          Weitere Themen

          Abstand ist oft kaum zu halten

          Pendeln in Corona-Zeiten : Abstand ist oft kaum zu halten

          Seit dem Schulstart nach dem Herbstferien wird es wieder in Frankfurter Bussen und Bahnen eng. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, richtet nun der Geschäftsführer der städtischen Nahverkehrsgesellschaft einen Appell an die Schüler.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.