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Nach Pannen bei Probealarm : Sirene und Lautsprecher vor dem Comeback

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Ähnliches ist aus Offenbach zu hören. Nachdem es am Donnerstag auch dort still geblieben ist, weil dort die Sirenen abgebaut wurden, ist nun ebenfalls von Lautsprecherwagen die Rede. Man will jedoch nicht ausschließen, so eine Sprecherin der Stadt, dass man sich künftig doch wieder für den Einsatz zumindest einiger Sirenen entscheiden werde. Aktuell nutze man jedoch vorrangig die gängigen modernen Kommunikationsmittel, wie Warn-Apps, Internet, Radio und auch Twitter, um die Bevölkerung auf mögliche Gefahren hinzuweisen. „Nacharbeiten“ will man auch in Hanau – und das, obwohl es in der Stadt 20 Sirenen gibt, die über die Leitstelle des Main-Kinzig-Kreises angesteuert werden können. Nicht alle Sirenen sind bei dem Test pünktlich oder überhaupt angesprungen. Der Probealarm sei nicht gut gelaufen, bilanziert Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Er sieht aber auch das Gute: Immerhin habe das Thema jetzt die Aufmerksamkeit erreicht, die ihm gebühre.

106 von 111 Sirenen haben funktioniert

Zufriedener war man in Wiesbaden, Darmstadt und Mainz. In der hessischen Landeshauptstadt gaben am Warntag von den 111 Sirenen im Stadtgebiet 106 erwartungsgemäß um 11.05 und um 11.20 Uhr die programmierten Signaltöne ab. Fünf Anlagen werden derzeit gewartet oder ausgetauscht. So werden die älteren, elektrischen Geräte durch moderne Sirenen ersetzt, die wie in Bad Homburg dann auch für Sprachdurchsagen genutzt werden können. Ohnehin ist die Landeshauptstadt vorbildlich im Umgang mit Alarmierungen: Unabhängig von der bundesweiten Probe löst die Stadt viermal im Jahr einen Sirenenalarm aus. Ebenso wie in Darmstadt, wo es nicht zuletzt wegen der Nähe zum Chemie- und Pharmakonzern Merck ein intaktes Warnsystem gibt, zu dem auch Sirenen gehören, die regelmäßig gewartet und getestet werden. Am Donnerstag seien die Bürger entsprechend zwischen 11 und 11.20 Uhr durch Heultöne informiert worden, teilte ein Sprecher des Rathauses mit.

So war es auch in Mainz, wo der Sirenenalarm nach derzeitigen Erkenntnissen in der ganzen Stadt zu hören war. Dabei vertraut die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Stadt generell auf eine Kombination aus insgesamt mehr als 50 Sirenenanlagen und verschiedenen Warn-Apps sowie Fernsehen und Radio.

„Achtung, es ist etwas passiert“

In Frankfurt übt man sich derweil weiter in Geduld. Ein Feuerwehrsprecher sagt, man halte weiter an den Plänen eines Sirenennetzes fest – mit dem Ziel, sich irgendwann dem bundesweiten Modularen Warnsystem anzuschließen, das alle verfügbaren lokalen Systeme miteinander koppelt und dadurch ermöglicht, dass unmittelbar nach einem sogenannten Großschadenereignis Sirenen aktiviert, Medien informiert und auch andere Informationsmöglichkeiten wie etwa Schalttafeln in der Innenstadt angesteuert werden.

Demnach wäre das perfekte Alarmierungsnetz eine ganzheitliche Struktur: „Die Sirenen sorgen für Aufmerksamkeit und geben dem Bürger die Information: Achtung, es ist etwas passiert“, sagt der Feuerwehrsprecher. „Der nächste Schritt wäre dann, dass sich der Bürger in sein Haus, seine Wohnung oder ein anderes verfügbares Gebäude zurückzieht und weitere Nachrichten über Rundfunk, Fernsehen oder im Internet auf seriösen Medienseiten abruft. Dort werden dann nähere Details genannt. Und natürlich wird es auch weiterhin Informationen geben über die gängigen Apps.“ Nach den Worten des Sprechers dürfen die Apps „jetzt nicht generell schlechtgemacht werden“, nur weil das Vertrauen in sie „verlorengegangen ist“.

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