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Missbrauchsskandal : Stiftung der Odenwaldschule „nur ein Feigenblatt“

  • Aktualisiert am

Die Odenwaldschule zieht mit ihrem Plan, einen Entschädigungsfonds auf Spendenbasis einzurichten, harsche Kritik auf sich Bild: dpa

Mit einer Stiftung auf Spendenbasis will die Odenwaldschule die Missbrauchsopfer entschädigen. Und erntet dafür Kritik: „Realistisch gesehen weiß jeder, dass daraus nichts wird“, sagt ein Opfer-Anwalt. Der frühere Chef des Trägervereins spricht von einem „Feigenblatt“.

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          Die Odenwaldschule will sich bei der Entschädigung ihrer Missbrauchsopfer nach Ansicht des zurückgetretenen Vorstandsvorsitzenden Michael Frenzel aus der Verantwortung stehlen. Die angekündigte Stiftung für Betroffene sei „nur ein Feigenblatt, um Zeit zu gewinnen“, sagte der 61 Jahre alte Frenzel.

          Schulleiterin Margarita Kaufmann habe vor acht Monaten im südhessischen Heppenheim eine Aufarbeitung des Skandals angekündigt, wolle nun aber von einer zügigen finanziellen Entschädigung nichts mehr wissen. Deshalb hatten Frenzel und der Sprecher des Vorstands, Johannes von Dohnanyi, am Sonntag ihre Ämter niedergelegt.

          „Realistisch gesehen weiß jeder, dass daraus nichts wird“

          Die von der Odenwaldschule für ihre rund 125 Missbrauchsopfer angekündigte Stiftung auf Spendenbasis stößt auch bei Opfervertretern auf heftige Kritik. „Realistisch gesehen weiß jeder, dass daraus nichts wird“, sagte Opfer-Anwalt Thorsten Kahl am Montag. Betroffene hätten mit „Wut und Enttäuschung“ reagiert.

          Der ursprüngliche Plan einer schnellen finanziellen Entschädigung scheiterte, die Spitze des Schulvorstands war deshalb am Sonntag bei einer Sitzung im südhessischen Heppenheim zurückgetreten. Ein Mitglied des Opfer- Vereins „Glasbrechen“ sagte, die neue Lösung sei „ein Spott“. Trotz der Rücktritte gibt es laut Schule keine Nachwahlen.

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