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: Ministerpräsident Koch eröffnet in Bad Arolsen den Hessentag

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Vor mehr als tausend Gästen und unter einem weiß-blauen Himmel voller aufsteigender Luftballons hat Ministerpräsident Roland Koch (CDU) am Freitag im Hof des Waldecker Schlosses in Bad Arolsen den 43.Hessentag eröffnet.

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          Vor mehr als tausend Gästen und unter einem weiß-blauen Himmel voller aufsteigender Luftballons hat Ministerpräsident Roland Koch (CDU) am Freitag im Hof des Waldecker Schlosses in Bad Arolsen den 43.Hessentag eröffnet. Nach seiner Ansprache erhoben sich die Bürger vor der barocken Kulisse von den Stühlen und sangen ihre Nationalhymne "Mein Waldeck lebe hoch!" woraufhin die Nicht-Waldecker staunten. Landrat Helmut Eichenlaub (CDU) lobte das "Kaiserwetter und das Fürstenpaar" und versprach dem versammelten Volk: "Wir werden zehn Tage einen frohen Ausnahmezustand erleben". Bis zum 22.Juni werden bei mehr als 900 Veranstaltungen zusammen etwa 750000 Besucher erwartet.

          Koch versicherte den Waldeckern, die bis 1929 einen eigenen Staat bildeten, der Hessentag sei eine "friedliche Besetzung". Man komme ausschließlich in friedlicher, guter Absicht, auch was die Quartierwünsche betreffe. Dieser Hessentag finde nicht in Nordhessen, sondern in Waldeck statt. Koch sagte, "wir sind froh", wenn die Waldecker sagten, "wir sind Waldecker, aber in Hessen". Schon mit ihrem Applaus bezeugten die Waldecker, wem ihre Sympathie gehört. Koch bekam freundlichen und allemal mehr als höflichen Beifall. Als der Bürgermeister, der Landrat und der Ministerpräsident aber die Fürstenfamilie erwähnten, schwoll der Beifall an.

          Als dann Koch den Soldaten der Bundeswehr versicherte, sie sollten wissen, "wir haben sie gern, wir sehen sie gern unter uns, wir wollen sie unter uns wissen", hatte er den richtigen Ton getroffen. Denn in Waldeck zeigt man sich empört darüber, daß der Bundesverteidigungsminister die knapp 500 in Arolsen stationierten Soldaten aus der Stadt abziehen will. Koch nannte es "ärgerlich", daß die Soldaten gehen sollen. Aber dennoch habe der Norden Hessens eine gute Zukunft, nach Jahren objektiver Nachteile durch die deutsche Teilung. Koch sagte, manchen Wandel könne man schon sehen, "aber vieles kommt noch". Er beschrieb den Raum Kassel als künftiges Logistikzentrum Europas und stellte das Waldecker Land als Touristikregion heraus.

          Der Hessentag sei Symbol für die Gemeinschaft eines Landes, dessen Bürger sich in der Geschichte zwar oft begegneten, in diesen politischen Grenzen aber nie vereint waren. Der Hessentag solle die Hessen zusammenbringen und ihnen zugleich ein Bewußtsein für die Vielfalt des Landes vermitteln. Koch wünschte den Arolsern, Waldeckern und Hessen, daß sich am Ende des Hessentages alle wünschten, daß das Fest weiterginge. Zugleich bat er alle Bürger der Stadt um Verständnis: "Sie haben ein ganzes Leben lang Zeit, in Ruhe bei offenem Fenster zu schlafen, aber nur einmal ist Hessentag in Arolsen und sie können vor ihrem Fenster mit anderen Wein trinken."

          Arolsens parteiloser Bürgermeister Gerhard Schaller dankte unter dem Beifall aller Anwesenden dem Ministerpräsidenten und den Ministerien für ihre Hilfe bei der Organisation des Hessentags. 1993 habe sich Arolsen um den Hessentag beworben und 1998 den Zuschlag erhalten. Damals, in der finanziellen Talsohle, habe Arolsen in dem Hessentag eine Chance gesehen. Nun habe sich die Stadt herausgeputzt. 20 Millionen Euro seien investiert worden, 35 Hausfassaden von Privatleuten saniert worden und die Kommune habe "hier und da einen Kreisel gebaut". Dem Kabinett und dem Ministerpräsidenten, allen die nach Arolsen gekommen waren, sagte Schaller: "Ich hoffe, daß sie sich in der Residenzstadt Arolsen wohlfühlen." (cpm)

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