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Sprachtest für Migranten : Mehr als die Hälfte der Teilnehmer besteht

Rauchende Köpfe: Flüchtlinge lernen in Frankfurt Deutsch. Bild: dpa

Migranten, die in Deutschland arbeiten wollen, müssen eine Sprachprüfung ablegen. Dabei schneidet ein Geschlecht deutlich besser ab.

          Rund 56 Prozent der Einwanderer, die in Hessen einen Sprachkurs machen, erreichen in dem abschließenden Test das angestrebte Sprachniveau. Damit liegt das Land knapp über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Das geht aus Daten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hervor. Sie liegen der Antwort des Sozialministers Kai Klose (Die Grünen) auf eine Anfrage der AfD zugrunde.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Danach haben im vergangenen Jahr von knapp 20.000 Prüflingen 51 Prozent der Männer und 63 Prozent der Frauen den Test mit dem gewünschten Ergebnis B1 bestanden. Es gilt als Voraussetzung für einfache Arbeiten etwa als Reinigungskraft oder Küchenhilfe und attestiert der betreffenden Person das Verständnis einer klaren Standardsprache sowie die Fähigkeit, sich zu vertrauten Dinge zu äußern.

          Die Absolventen können in einfachen Sätzen Erfahrungen und Ereignisse beschreiben, Meinungen wiedergeben und persönliche Briefe schreiben. Nach den Richtlinien des Bundesamtes müssen die Kursteilnehmer eine schriftliche und eine mündliche Prüfung ablegen. Wer die Fähigkeit zur „Verständigung in einfachen routinemäßigen Situationen“ nachweisen kann, bekommt das Niveau A2 bescheinigt. An den Sprachkursen können alle Migranten teilnehmen, also beispielsweise auch Zuwanderer aus Staaten der Europäischen Union.

          Fehlende Lernkultur und Traumata

          Das Bundesamt weist aber auch Zahlen über Flüchtlinge aus Eritrea, Irak, Iran, Somalia und Syrien aus, die über eine gute Bleibeperspektive verfügen. Von den knapp 10.000 Prüflingen erreichten ungefähr 47 Prozent das Niveau B1. Niedriger ist die Erfolgsquote von Zugezogenen, die eine Aufenthaltserlaubnis haben, weil ihre Ausreise unmöglich ist. In dieser Gruppe erreichen rund 42 Prozent das Ziel. Schon die Zahl der Teilnehmer ist gering. Das gilt erst recht für die nur geduldeten Migranten, deren Abschiebung ausgesetzt wurde.

          Als Gründe für die hohe Durchfallquote nennt das Bundesamt eine fehlende Lernkultur und die Tatsache, dass viele Flüchtlinge nach wie vor traumatisiert seien. Sprachlehrer berichten, dass manche Stunde der knapp sechsmonatigen Kurse geschwänzt werde. Im Übrigen falle Erwachsenen das Erlernen einer Sprache schwerer als Jüngeren. In der Regel zeigten die Frauen in den Tests bessere Leistungen als Männer.

          Menschen, die in ihrer Heimat weder lesen noch schreiben konnten, tun sich mit einer fremden Sprache besonders schwer. Vor diesem Hintergrund sind die Ergebnisse der Alphabetisierungskurse zu betrachten. Knapp 19 Prozent erreichten das Niveau B1. Auffällig ist, dass in diesem Fall zwei Drittel der erfolgreichen Absolventen männlich waren.

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