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Neuer Offenbacher Mietspiegel : 12,70 Euro in der Spitze

Exklusiver wohnen: Neubauten am Offenbacher Hafen Bild: dpa

Der Zuzugsdruck ins Rhein-Main-Gebiet bleibt groß. Gleichwohl gibt es in der Frankfurter Nachbarschaft auch noch gute Wohnungen für weniger als zehn Euro je Quadratmeter. Das besagt der Mietspiegel für Offenbach. Dabei ist eines aber zu beachten.

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          Die höchsten Mieten muss in Offenbach zahlen, wer eine mit Bad und Heizung ausgestattete Wohnung bezieht, die nach 2008 in guter Lage gebaut wurde und zwischen 35 und 59 Quadratmeter groß ist. Dann sind bis zu 12,70 Euro Kaltmiete je Quadratmeter fällig. Wenn der oder die Suchende auf Ausstattung und Lage besteht, sich aber mit einer zwischen 1961 und 1978 gebauten Wohnung zufriedengibt, dann sind höchstens 9,70 Euro je Quadratmeter an Kaltmiete aufzubringen.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Das geht zumindest aus dem Mietspiegel 2020 für Offenbach hervor, der jetzt vorliegt. Herausgegeben wird er von der Eigentümerschutzgemeinschaft „Haus & Grund“, vom Mieterbund Offenbach und vom Wohnungsamt der Stadt. Der Spiegel weist im Vergleich zu 2018 eine durchschnittliche Mietsteigerung von vier Prozent über alle Altersklassen der Wohnungen hinweg aus.

          Nicht alle Wohnungen berücksichtigt

          Dabei ist allerdings zu bedenken, dass in dem Zahlenwerk ausschließlich Wohnungen berücksichtigt werden, die zwischen 35 und 100 Quadratmeter groß sind und deren Mieten innerhalb der vergangenen vier Jahre neu festgesetzt wurden. Größere Wohnungen und Apartments mit besonderer Ausstattung oder Möblierung werden in der Auflistung nicht berücksichtigt. Von solchen Domizilen gibt es nach Angaben der Autoren so wenig in Offenbach, dass eine statistische Auswertung nicht möglich ist.

          Der Mietspiegel ist vor allem dazu gedacht, Mietern und Vermietern einen Überblick über die Preise auf dem Markt für nicht geförderte und nicht preisgebundene Wohnungen zu geben. Tatsächlich dient der Mietspiegel aber auch Richtern in Prozessen als Richtschnur, um einen Streit beurteilen zu können. Das neue Tabellenwerk enthält auch Erläuterungen darüber, unter welchen Voraussetzungen Mieten erhöht werden dürfen und in welchem Maß.

          Zuzugsdruck ins Rhein-Main-Gebiet

          Verändert hat sich beispielsweise, dass der Wohnungseigentümer die Kosten von Modernisierungen nur noch zu acht Prozent im Jahr auf die Miete umlegen kann, zuvor waren es elf Prozent, wie die Mietspiegelautoren erläutern. In Offenbach gilt zudem die Mietpreisbremse: Sie soll zu starke Steigerungen bei Neuvermietungen verhindern. Deshalb darf die Miete beim neuerlichen Vermieten die ortsübliche Vergleichsmiete höchstens um zehn Prozent überschreiten.

          „Der Mietspiegel gibt den Rahmen für die ortsübliche Miete vor und ist daher auch als Instrument zur Durchsetzung der Rechte aus der Mietpreisbremse von Relevanz“, sagt Sozialdezernentin Sabine Groß (Die Grünen), die auch für das Wohnen in Offenbach zuständig ist. Trotz vieler Wohnungsbauvorhaben sei keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt absehbar, weil der Zuzugsdruck ins Rhein-Main-Gebiet so groß sei, sagt Groß. Deshalb sei es wichtig, dass Offenbach zu den Gebieten gehöre, in denen die abgesenkte Kappungsgrenze und eine verlängerte Kündigungsbeschränkung gälten. Die gesenkte Kappungsgrenze bewirkt, dass innerhalb von drei Jahren die Mieten maximal um 15 Prozent steigen dürfen. Ansonsten gelten 20 Prozent. Wenn Unterkünfte in Eigentumswohnungen umgewandelt werden, gilt eine Kündigungsfrist von acht Jahren.

          Der Mietspiegel ist bei den Herausgebern zu bekommen, von Januar an wird er auch auf der Internetseite der Stadt Offenbach unter www.offenbach.de zu finden sein.

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