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Messtechnik : ABB stellt die Produktion in Alzenau ein

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ABB - hier ein Foto aus einem Schweizer Werk - stellt für den Sozialplan in Alzenau 20 Millionen Euro zur Verfügung, sechs Millionen Euro mehr als vor den Verhandlungen mit der IG Metall geplant Bild: REUTERS

ABB stellt die Produktion in seinem Werk in Alzenau ein. 127 Beschäftigte verlieren bei dem Elektronikkonzern ihren Arbeitsplatz. Nach dem ursprünglichen Plan wollte ABB 50 Stellen mehr abbauen.

          Der Elektronikkonzern ABB stellt die Produktion in seinem Werk in Alzenau ein. 127 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. Gesamtbetriebsrat und Geschäftsleitung haben sich in der Nacht zum Mittwoch in einer Einigungsstelle auf einen Interessenausgleich und Sozialplan verständigt.

          Die Verhandlungen, die am 21. Juni begonnen hatten, waren von Warnstreiks begleitet gewesen. Nach Angaben der IG Metall hatte ABB ursprünglich 177 Mitarbeiter entlassen wollen. Dies habe verhindert werden können, so dass nun 50 Stellen weniger als geplant dem Rotstift zum Opfer fielen. Der Sozialplan sehe deutlich höhere Abfindungen vor, als sie im Konzern üblich seien, heißt es in der Pressemeldung der IG Metall.

          Wechsel in Transfergesellschaft

          Danach wurden die finanziellen Mittel von 14 Millionen Euro auf 20 Millionen Euro aufgestockt. Beschäftigte, die ihren Job verlieren, haben die Möglichkeit von Dezember an in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Mitarbeitern sollen außerdem 20 Stellen bei ABB im Rhein-Main-Gebiet und Frankfurt angeboten werden. Aufgrund des Kompromisses verzichtete die Gewerkschaft auf ihre Forderung nach eine Tarif-Sozialplan.

          Wie berichtet, will ABB die Produktion von Temperaturmesstechnik aus wirtschaftlichen Gründen von Alzenau nach Göttingen und Minden verlagern. Dort sollen 70 Arbeitsplätze abgebaut werden. Gleichzeitig entstehen aber 64 neue Stellen, auf die zunächst die Alzenauer Anspruch haben. Diese zeigen nach Darstellung der Gewerkschaft allerdings keine Bereitschaft zu einem Ortswechsel. ABB will deshalb Personal aus Göttingen und Minden zeitweise nach Alzenau schicken, damit sie sich dort das nötige Wissen für die Produktion aneignen können. Die Verlagerung der Produktion soll bis Februar 2011 abgeschlossen sein.

          Die Unternehmensführung hatte die Werksschließung damit begründet, der Markt für Instrumentierungen sei massiv eingebrochen. ABB Deutschland hatte nach eigenen Angaben 2009 einen Umsatz von 3,2 Milliarden Euro und beschäftigte 10.600 Mitarbeiter.

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