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Meldung „unzutreffend“ : Tugce-Obduktionsbericht schweigt zu Ohrring

  • -Aktualisiert am

Falscher Bericht: Die „Bild“-Zeitung vermeldete, ein Ohrring habe sich in den Kopf der Gelnhäuser Studentin Tugce gebohrt. Bild: dpa

Die Staatsanwaltschaft hat Meldungen zurückgewiesen, wonach ein Ohrring sich in Tugce Albayraks Kopf gebohrt und so zum Tod der Studentin geführt haben soll. Im Obduktionsbericht finde sich dazu „keine Passage“.

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          Als „definitiv unzutreffend“ hat die Staatsanwaltschaft in Offenbach Meldungen vom Wochenende bezeichnet, wonach ein Ohrring maßgeblich zum späteren Tod der 22 Jahre alten Tugçe Albayrak beigetragen haben soll.

          Die Studentin wurde im November auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants in Offenbach von einem 18 Jahre alten Mann geschlagen. Beim Sturz auf den Boden zog sie sich schwerste Kopfverletzungen zu. Ende November stellten die Ärzte des Offenbacher Klinikums den Hirntod fest.

          Das Nachrichtenportal „bild.de“ hatte berichtet, nach den Feststellungen der Gerichtsmediziner habe sich ein Ohrring bei dem Sturz in den Schädel der Studentin gebohrt und die Verletzungen hervorgerufen, die zum Tod führten. Auch FAZ.NET hatte über diese Meldung berichtet.

          Diese Darstellung könne er nicht bestätigen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Zweigstelle Offenbach. „In keiner Passage“ des Obduktionsberichts finde sich die Angabe, dass sich ein Ohrring in den Kopf der Frau gebohrt habe; „das steht da definitiv nicht drin“. Durch den Schlag oder durch den Fall habe die Frau ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Hirnblutung erlitten.

          Nach Worten des Sprechers wurde bisher noch keine Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Dies werde möglicherweise aber noch in dieser Woche geschehen. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft seien „vom Schwerpunkt her abgeschlossen“.

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