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Schutz gegen Corona : Mehr Angebote für Kinderimpfungen

Spritze für Kinder: Impfen wird immer besser möglich. Bild: Picture-Alliance

In Hessen wird über die Impfung von Kindern gegen das Coronavirus diskutiert. Das Deutsche Rote Kreuz und Eintracht Frankfurt bieten Impftermine im Deutsche Bank Park an.

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          Mit einer Sonderimpfaktion für Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren hat Niedersachsen am Wochenende für Schlagzeilen gesorgt: 8000 Minderjährige seien in den Impfzentren des Landes für ihre Erstimpfung mit BioNTech erschienen, bestätigt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Das Angebot stellt einen deutlichen Bruch Niedersachsens mit der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) dar, die Impfungen gegen das Coronavirus für Kinder nur bei bestimmten Vorerkrankungen oder bei besonderen Gefährdungen im familiären oder beruflichen Umfeld vorsieht. Die STIKO, die auf rein wissenschaftlicher Basis Nutzen und Risiken einer Impfung abwägt, kam zum Schluss, dass gesunde Kinder, die kaum einen schweren Covid-19-Verlauf befürchten müssen, auf eine Impfung verzichten könnten. Da der Impfstoff von BioNTech aber für Kinder ab 12 Jahren in Deutschland zugelassen ist, können Eltern nach einem Aufklärungsgespräch mit dem Arzt ihrer Kinder einer Impfung zustimmen.

          Monika Ganster
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Genau die Mediziner sind es aber auch, die manchmal Bedenken äußern: In Niedersachsen konnten nicht alle Kinder-Impfungen wie geplant stattfinden, denn manche Ärzte in den Impfzentren weigerten sich, Kindern eine Spritze zu setzen, wie ein Sprecher bestätigt. Die Sonderimpfaktion machte sich dennoch in der Impfquote bemerkbar: Während in allen Bundesländern bisher nur zwei bis fünf Prozent aller Kinder eine Erstimpfung erhalten hatten, stieg sie in Niedersachsen am Dienstag auf 7,5 Prozent, den höchsten Wert bundesweit.

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          Innokulation beim Kinderarzt

          In Hessen hält man bis jetzt offiziell daran fest, der STIKO-Empfehlung für Kinder folgen zu wollen, allerdings war man dabei von Anfang an nicht ganz stringent. Denn in den 28 Impfzentren des Landes dürfen sich schon 16 Jahre alte Kinder anmelden, obwohl die Impfkommission dies nur für Erwachsene empfiehlt. In dieser Altersgruppe sind jedoch auch Auszubildende, die arbeitsbedingt einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, und ihnen wird durchaus eine Impfung vom Expertenrat empfohlen. In die gleiche Richtung, nämlich des Schutzes junger Auszubildender, zielte auch ein Vorstoß in Dieburg, wo ein mobiles Team des Impfzentrums an der Landrat-Gruber-Berufsschule allen über 17 ein Impfangebot gemacht hatte. Das Angebot für Jugendliche in den Impfzentren des Landes kann jedoch von allen zwischen 16 und 18 Jahren wahrgenommen werden, auch wenn sie nicht besonders gefährdet sind.

          Auch in der Gruppe der 12 bis 15 Jahre alten Schüler gibt es einige, die gern selbst oder auf Wunsch der Eltern immunisiert werden würden. Einige Kinderärzte bieten das an, aber bei Weitem nicht alle. Das Impfzentrum im Vogelsbergkreis hatte ein solches allgemeines Angebot schon vor einem Monat gemacht, wurde aber Anfang Juli vom Land zurückgepfiffen, als man offenbar noch eine einheitliche Linie beibehalten worden. In einer kurzen Weisung verfügte damals das Land, dass dort nur noch Kinder- und Hausärzte Minderjährige impfen dürften.

          Mittlerweile scheint sich der Wind gedreht zu haben, denn nun haben die Impfzentren in Darmstadt und Wiesbaden Fakten geschaffen und zum Ferienbeginn Impftermine für Kinder, die 12 Jahre und älter sind, angeboten. Die Kinder müssen in Begleitung eines Erziehungsberechtigten erscheinen.

          Sonderimpfung im Stadion

          Einen besonderen Ort für die Impfung gegen das Coronavirus haben Eintracht Frankfurt und das Deutsche Rote Kreuz gefunden: Mit Blick auf den Stadioninnenraum des Deutsche Bank Parks werden am Samstag, 24. Juli, von 8 bis 13 Uhr, und am Sonntag, 25. Juli, von 9 bis 15 Uhr Spritzen verabreicht. Tausend Dosen des Einmalimpfstoffs von Johnson & Johnson stellt die Stadt Frankfurt dafür zur Verfügung. Anmeldungen sind nur online über das Portal Terminland unter www.terminland.eu/sonderimpfaktion-aussenstelle.ffm/ möglich. Nach der Anmeldung erhält die angemeldete Person eine Bestätigungs-E-Mail mit einem Link zu Formularen, die ausgedruckt und ausgefüllt mitgebracht werden müssen, ebenso wie die ausgedruckte Bestätigungs-E-Mail. Mitzubringen sind außer dem Impfpass ein Personalausweis oder Reisepass sowie die Krankenversichertenkarte. Informationen zu Anreise und Parkmöglichkeiten werden in der Bestätigungs-E-Mail versendet. Für die ersten 20 Personen, die sich online anmelden und zum Impftermin in das Stadion kommen, stellt Eintracht Frankfurt jeweils ein Trikot des Vereins zur Verfügung.

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