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Medizin : Schlupflid-Korrektur für die Gattin

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Faltenfrei: Botulinumtoxin wird gespritzt, um die Haut zu straffen und Falten zu mindern. Bild: ddp

In der Weihnachtszeit herrscht bei den Schönheitschirurgen Hochkonjunktur: Die Zahl der Fettabsaugungen oder Botox-Spritzen gegen Fältchen und schlaffe Haut nimmt im Advent um rund ein Drittel zu, schätzen die Ärzte.

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          Ein Friseurbesuch, um an den Feiertagen gut auszusehen, vielleicht eine Maniküre, ein Peeling – das war gestern. Wer zum Fest wirklich attraktiv sein will, ohne Falten auf der Stirn oder um die Mundwinkel, sollte noch rechtzeitig einen Termin beim Schönheits-Chirurgen reservieren. Das zumindest findet Stephan Größer: „Die Haut ist danach einfach glatter, man sieht frischer und doch natürlich aus.“

          Der Sechsundvierzigjährige, der selbst in der Schönheits-Branche arbeitet, hat sich kürzlich zum dritten Mal in der Darmstädter Rosenparkklinik Botox für Stirn und Augenpartie injizieren lassen; seine Nasolabialfalten sind mit Hyaluronsäure unterspritzt. „Das piekst zwar ganz schön und tut danach etwas weh“, sagt er, „aber das Ergebnis ist super.“

          Botox und Fettabsaugung

          Die Weihnachtsvorbereitungen mancher Kunden beginnen schon Anfang November, wie Gerhard Sattler, Dermatologe und Gründer der Rosenparkklinik festgestellt hat. Gerade in diesem Jahr sei vor den Festtagen sehr viel los, weniger die großen Operationen, aber kleine Behandlungen wie Fettabsaugungen, Faltenunterspritzungen, Botox-Injektionen und Lidkorrekturen seien gefragt. „Das gute Aussehen gehört heute einfach dazu wie die angemessene Kleidung und die passenden Accessoires.“ Wer hängende Mundwinkel habe, komme eben nicht gut an, im Berufsleben wie in der Gesellschaft.

          Auch Petra Berger, Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie in Frankfurt, spürt deutlich das Bedürfnis ihrer Kunden, sich zum Fest zu verschönern. Regelmäßig seien um diese Zeit ein Drittel mehr Behandlungen gebucht als im übrigen Jahr. Drei bis vier Wochen vorher seien bei ihr alle Termine vergeben, bis direkt vor den Feiertagen. Wer dann operiert wird, ist zwar unter dem Weihnachtsbaum gerötet und verschwollen, kann aber die freie Zeit zur Genesung nutzen, ohne dafür Urlaub nehmen zu müssen.

          Operation als Geschenk

          Viele Banker aus den leitenden Etagen, die meisten älter als 40 Jahre, bescherten ihm im Dezember eine Hochsaison, berichtet auch Norbert Kania, der seit 1997 in Frankfurt eine Klinik für ästhetisch-plastische Chirurgie leitet. Seinen für November geplanten Urlaub habe er in diesem Jahr streichen müssen. Doch nicht nur Behandlungen vor dem Fest sind bei ihm begehrt.

          Auch Ehemänner erkundigten sich beim ihm nach Schönheits-Operationen als Weihnachtsgeschenk für ihre Gattinnen. „Wenn eine Behandlung ohnehin schon länger geplant ist, spricht nichts dagegen, sie jetzt zu verschenken“, findet er. „Statt einem Ring für 2000 Euro spendiert der Mann seiner Frau dann zum Beispiel eine Schlupflid-Korrektur, damit sie nicht mehr so müde aussieht.“ Davon hätten beide dann doch mehr.

          Wunsch nach größerer Brust

          Festgelegte Gutscheine für bestimmte Eingriffe stellt jedoch kein seriöser Arzt aus. Anders als in den Medien behauptet, sei dies kein Trend, sondern nur ein „Marketing-Gag“ von Betreibern großer Schönheits-Kliniken, die Umsatz machen wollten, sagt Hermann Lampe, ästhetisch-plastischer Chirurg in Frankfurt und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft der Ästhetischen, Plastischen und Rekonstruktiven Chirurgen.

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