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Medienempfang der Bistümer : Kritik am Bischof, Lob für den Papst

Scheint im Umgang mit Medien vieles richtig zu machen: der Apostolische Administrator im Bistum Limburg, Manfred Grothe Bild: dpa

Das Verhältnis von Journalisten zur katholischen Kirche ist kompliziert. Beim Medienempfang der Bistümer Mainz und Limburg haben Journalisten darüber diskutiert.

          2 Min.

          Wolfgang Rösch wäre der richtige Mann an der Spitze der Diözese Limburg. So sieht es jedenfalls Matthias Kopp, der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz. Mit seinem unverkrampften Votum für den Krisenmanager als Nachfolger des inzwischen abberufenen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst wagte er sich in einer munteren Podiumsdiskussion hervor, die am Dienstagabend in Wiesbaden stattfand. Sie war der Höhepunkt eines Medienempfangs der Bistümer Limburg und Mainz.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Wenn Rösch Interesse an der vakanten Position hat, wird er mit Erleichterung zur Kenntnis genommen haben, dass er nicht der unumstrittene Favorit aller Protagonisten war. Denn auf dem Podium saßen Journalisten. Und deren Verhältnis zur katholischen Kirche ist nicht erst seit der Krise im Bistum Limburg immerhin so kompliziert, dass es an diesem Abend einmal mehr eingehend erörtert wurde.

          Tebartz-van Elst in Redaktionen kontrovers diskutiert

          Tebartz-van Elst sei „als Person ein Stück fertiggemacht worden“, konstatierte Hans-Werner Kilz, der langjährige Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“. Doch das Schuldbewusstsein der Diskussionsteilnehmer hielt sich in engen Grenzen. So wurde beispielsweise die Berichterstattung dieser Zeitung über das Geschehen auf dem Domberg weitgehend gutgeheißen. Peter Lückemeier, Ressortleiter der Rhein-Main-Zeitung, erklärte, dass das Thema unter den Redakteuren wie in jeder anderen großen Zeitung natürlich auch kontrovers diskutiert worden sei.

          Die Frankfurter Allgemeine Zeitung habe auf vorbildliche Weise ebenjene Kontrollfunktion ausgeübt, die die dazu eigentlich vorgesehenen kirchlichen Gremien nicht wahrgenommen hätten, meinte Christiane Florin, Redaktionsleiterin der „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“. Sie sprach von einem „klaustrophobischen katakombenähnlichen Kirchenverständnis“, in dessen Mittelpunkt allein der Bischof gestanden habe. „Und die Leute hatten Angst, ihre Meinung offen zu sagen.“ Der These vom totalitären System widersprach Alois Theisen, Chefredakteur beim Hessischen Rundfunk und in seiner Jugend Klosterschüler, wie er anmerkte. „Eine Menge Leute haben gern mitgemacht, weil sie glaubten, dass es ihrer Karriere förderlich sei.“

          „Die Botschaft der Fotos war unfair“

          Kilz wollte die kritische Rolle des Frankfurter Stadtdekans Johannes zu Eltz positiv würdigen, löste damit aber Kopps Widerspruch aus: „Eltz war Teil des Systems.“ Lückemeier erinnerte an die besondere Geschichte des jungen Bistums. Zweimal hätten seine Bischöfe Konflikte mit dem Papst ausgefochten – Wilhelm Kempf wegen der Synodalverfassung, Franz Kamphaus wegen der Schwangerenkonfliktberatung. Dessen Nachfolge habe mit Tebartz-van Elst „ein Mann Roms“ angetreten. Und er habe prompt einen antirömischen Impuls ausgelöst.

          Ludwig Ring-Eifel, Chefredakteur der Katholischen Nachrichtenagentur, wies darauf hin, dass Tebartz-van Elst auf zahllosen Bildern immer wieder mit einem verzerrten, beinahe schon „irren“ Gesichtsausdruck gezeigt worden sei. „Die Botschaft der Fotos war unfair.“ Alle Diskussionsteilnehmer attestierten dem emeritierten Bischof einen äußerst ungeschickten Umgang mit den Medien. Aber Theißen unterstrich, dass angesichts der Verfehlungen auch die beste Verteidigung letztlich nichts gerettet hätte. „Sie können aus einem Misthaufen keine strahlende Kathedrale machen.“

          Manfred Grothe, der Apostolische Administrator im Bistum Limburg, scheint im Umgang mit den Medien geschickt vorzugehen. Jedenfalls wurde er am Dienstagabend dafür gelobt, dass er den Prüfbericht zu den Bauprojekten auf dem Domberg veröffentlicht und sich damit gegen anfängliche römische Bedenken durchgesetzt habe.

          Rom genießt übrigens ansonsten unter den Journalisten gegenwärtig den allerbesten Ruf. Bilder und Botschaften seien authentisch. Der neue Papst mache alles richtig, hieß es. Im Bistum Limburg scheint sich etwas zu bewegen.

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