Marburg : 400 demonstrieren gegen Burschenschaften
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In der Marburger Diskussion: Burschenschafter (Symbolbild) Bild: dapd
Aus Protest gegen die Studentenverbindung „Germania“ sind am Wochenende mehrere hundert Personen in Marburg durch die Stadt gezogen. Es blieb nicht ganz friedlich.
An diesem Samstag versammelten sich 400 Menschen zu einem Protest gegen die Marburger Studentenverbindung „Germania“ und weitere Burschenschaften. Die von linken Gruppen organisierte Demonstration war begleitet von einem großen Polizeiaufgebot.
Die Demonstranten zogen vom Marburger Hauptbahnhof zur Lutherstraße, dem so genannten „Germanen-Haus“, in dem zwei Studentenverbindungen ihren Sitz haben. Es kam zu Zwischenfällen, als einige Personen versuchten, in eine abgesperrte Straße zu kommen, wie die Polizei am Sonntag berichtete. Die Beamten mussten Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzen, verletzt wurde jedoch niemand. Zwei Männer wurden kurzzeitig in Gewahrsam genommen, da sie sich vermummt hatten.
Die „Germania“ sorgt seit einigen Wochen für Unruhe in Marburg. Seit die Studentenverbindung im Januar den Vorsitz des als rechtsextrem geltenden Verbandes der deutschen Burschenschaften übernommen hat, wächst die Kritik an der Verbindung.
Der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel sagte laut Medienberichten: „Diese Leute und ihre Denke gehören nicht nach Marburg.“ Er monierte die Ausrichtung der Burschenschaft: „Wir haben es mit Ewiggestrigen zutun. Das, was unsere Zeit erfordert – Weltoffenheit, Toleranz und Solidarität – dieses Denken geht an denen offensichtlich spurlos vorbei. Mich macht das nachdenklich und traurig.“