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Obduktion nach Polizeieinsatz : Mann in Hattersheim an Hirnschwellung gestorben

Ergebnis: Nach vorläufigem Ergebnis der Obduktion sei eine Hirnschwellung „als Folge von stumpfer Gewalteinwirkung gegen Kopf und Gesicht“ Bild: dpa

Nach dem Tod eines Mannes hat die Polizei Vorwürfe zurückgewiesen, es könne einen Zusammenhang mit einem vorangegangenen Einsatz geben. Inzwischen liegt das Obduktionsergebnis vor.

          Der 38 Jahre alte Mann, der nach einem Polizeieinsatz am Vorabend von Angehörigen am Samstag tot in seiner Wohnung aufgefunden wurde, ist an einer Hirnschwellung als Folge stumpfer Gewalteinwirkung auf Kopf und Gesicht gestorben. Dieses Ergebnis der Obduktion teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt gestern mit. Der Konsum von Alkohol und Drogen habe die schwerwiegenden Folgen begünstigt. Der türkische Staatsangehörige hatte in der Nacht nach dem Einsatz über einen Kurznachrichtendienst Bilder von seinen Gesichtsverletzungen an Freunde geschickt und behauptet, sie seien ihm von der Polizei zugefügt worden. Die Staatsanwaltschaft geht diesem Vorwurf nach, hat dafür aber laut einer Sprecherin keine Anhaltspunkte.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Der Hattersheimer war am Freitag in Frankfurt von der Polizei vorläufig festgenommen worden. Dabei ging es um den Verdacht, gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen zu haben. Die Beamten fuhren mit ihm zu seiner Wohnung in Hattersheim, um sie zu durchsuchen. Dort wurden weitere Personen festgenommen und geringe Mengen Haschisch sichergestellt. Als die Polizei abzog, verließ auch der Achtunddreißigjährige seine Wohnung. Er habe angekündigt, sich neue Drogen beschaffen zu wollen, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Was in den folgenden Stunden geschah, ist bisher unklar.

          Polizei weist Vorwürfe zurück

          Die Polizei bestreitet, dass die Verletzungen eine Folge des Einsatzes seien. „Als die Beamten wegfuhren, war der später Verstorbene augenscheinlich unverletzt“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen. Einen Hinweis, dass die Situation eskaliert sei, gebe es ebenso wenig wie eine Anzeige gegen ihn wegen Widerstands. Die Polizei fahnde nach dem Täter, der für die Verletzungen verantwortlich sei. Man hoffe auf Zeugen, die in der Nacht zu Samstag Beobachtungen gemacht hätten. Der Sprecher berichtete von einem weiteren Polizeieinsatz in Hattersheim am Sonntagabend. Angehörige des Toten seien auf einen Mann losgegangen, den sie offenbar mit dem Vorfall in Verbindung brächten.

          Der jetzt zu Tode gekommene Mann hat vor sechs Jahren einen Bruder verloren. Der damals 28 Jahre alte Mann war in Zusammenhang mit einem Drogengeschäft auf dem Schulhof einer Hattersheimer Schule erstochen worden. Der zur Tatzeit 16 Jahre alte Haupttäter wurde 2014 zu acht Jahren Jugendstrafe verurteilt. Der ältere Bruder des Opfers trat im Gericht als Nebenkläger auf.

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