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Mainzer Universität : Pflasterarbeiten sind das Letzte

Im Umbruch: Der Johannes-Gutenberg-Platz wird umgebaut. Bild: Cornelia Sick

Die Mainzer Universität bekommt ein neues Entree. Doch der frostige Winter und die Mainzelbahn-Haltestelle haben den Zeitplan durcheinandergebracht.

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          Es ist wie beim Renovieren der Wohnung: Nur die Wände sind schnell gestrichen. Das Ausräumen und Abkleben dagegen macht deutlich mehr Arbeit. Ähnlich verhält es sich mit der im November begonnenen Neugestaltung des Campusvorplatzes der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität, der neu geordnet und gepflastert werden soll. Bis dato haben die Mitarbeiter des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung jedoch vor allem damit zu tun, den alten, zum Teil mit Schadstoffen behafteten Untergrund abzutransportieren, ein gut fünf Meter tiefes Loch für das bis zu 125 Kubikmeter Wasser fassende Regenrückhaltebecken zu graben und jene Freiflächen zu präparieren, an denen junge Eschen und Hainbuchen gepflanzt respektive der vorhandene Rasen erhalten bleiben sollen.

          Markus Schug
          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Ursprünglich waren 200 Arbeitstage vorgesehen, um den Haupteingang zur einstigen Flak-Kaserne an der Ecke Saarstraße und Albert-Schweitzer-Straße umzugestalten und aufzuwerten. Aller Voraussicht nach dürfte der Zeitplan, der den Abschluss der Arbeiten im Juli vorsah, nicht zuletzt wegen des ungewohnt frostigen Winters nicht einzuhalten sein. Doch längstens bis zum Beginn des Wintersemesters im Oktober sollten auf dem Vorplatz auch die letzte von 25 Betonbänken aufgestellt und alle modernen Stableuchten und Lichtstelen installiert sein.

          Helle und hochwertige Betonwerksteine kommen zum Einsatz

          Eine „ganz besondere Herausforderung“ wird es nach Angaben der Bauleiter Karl-Heinz Lutz und Lucas Kulter sein, die im Dezember eingerichtete Haltestelle der „Mainzelbahn“ ebenfalls mit dem für den Campus ausgewählten Bodenbelag zu versehen. Die Pflasterarbeiten an der stark frequentierten Ein- und Ausstiegsstelle müssten „unter Betrieb“ erledigt werden. Was Nacht- und Wochenendschichten in den Semesterferien wahrscheinlich mache. Über den genauen Ablauf soll mit der Verkehrsgesellschaft und der Universitätsleitung noch im März gesprochen werden.

          Im Vergleich dazu dürften die Verlegearbeiten auf der etwa 10 000 Quadratmeter großen Freifläche am Kolonnadenbau einfach sein. Wie es der seit 2011 geltende Masterplan zur „Neuordnung öffentlicher Räume“ auf dem Mainzer Campus vorsieht, sollen helle und hochwertige Betonwerksteine zum Einsatz kommen. Die Gestaltungsvorgabe des Berliner Büros Thomanek, Duquesnoy und Boemans, das sich in einem städtebaulichen Wettbewerb als Sieger durchsetzte, gilt für das gesamte Uni-Areal. Wenngleich die Realisierung des als „alleeartiges Band“ gedachten Wege- und Plätzekonzepts schon allein aus finanziellen Gründen nur nach und nach machbar sein wird. Rund 2,2 Millionen Euro sind laut dem Landesbetrieb für die aktuellen Arbeiten entlang der 170 Meter langen Achse vom Torbogenhaus bis zur Spitze des Vorplatzes notwendig; wobei die Parkfläche hinter dem Kolonnadenbau, der unter anderem Buchhandlung, Bäckerei und Lotto-Laden beherbergt, vorerst ausgespart bleibt. Die Frage, ob und wann es mit dem von einem Springbrunnen gekrönten Zentrum des „Forum universitatis“ mit dem Pflastern weitergehen könnte, ist noch unbeantwortet.

          Mehrere große Bauprojekte in Vorbereitung

          Die vorrangig von der Verwaltung genutzten Häuser selbst, die fast allesamt frisch gedeckte Dächer und saubere Fassaden haben, hinterlassen jedenfalls einen guten Eindruck. Was nicht für alle Ecken des weitläufigen Geländes gilt, das sich im Osten bis zur Koblenzer Straße erstreckt. Während dort in den vergangenen Jahren mehrere Neubauten, oft von namhaften Forschungsinstituten wie dem Helmholtz-Institut, entstanden sind, tun sich in der Mitte des Areals doch etliche unschöne „Gestaltungslücken“ auf. Aktuell werde von der Baukommission der Universität an einem Abrissplan für jene alten Bestandsgebäude gearbeitet, die nicht mehr benötigt werden, ließ die Geschäftsführung auf Anfrage wissen. Mit den ersten Rückbauten soll demnach noch in diesem Jahr begonnen werden.

          Auf der anderen Seite seien mehrere große Bauprojekte in Vorbereitung. Dazu gehöre ein neues Zentrum für fundamentale Physik, der Ersatzneubau „Kernchemie“ und das aus den zwei Trakten Bürohaus und Technikum bestehende Medienhaus.

          Um dies bewerkstelligen zu können, habe das rheinland-pfälzische Finanzministerium 19 zusätzliche Stellen bewilligt, von denen schon „rund zwei Drittel besetzt“ seien, wie es heißt. Der für Bau und Unterhalt zuständige Landesbetrieb sah sich zuletzt öffentlich dem Vorwurf ausgesetzt, sich wegen Personalmangels nicht genug zu kümmern und den Mainzer Campus an manchen Stellen gar verwahrlosen zu lassen.

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