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Studie von Mainzer Forschern : Luftverschmutzung ist gefährlicher als Aids

Dicke Luft: Neu-Delhi gehört zu den Städten, in denen die Menschen besonders unter Feinstaub und anderen Schadstoffen leiden. Bild: dpa

Schlechte Luft kann tödlich sein. Wie viele Menschen durch Ozon, Feinstaub und andere Schadstoffe sterben, haben Mainzer Forscher ermittelt.

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          Luftverschmutzung verringert die Lebenserwartung im globalen Durchschnitt stärker als Infektionskrankheiten oder Rauchen es tun. Das haben Forscher des Mainzer Uniklinikums und des Max-Planck-Instituts für Chemie ausgerechnet. Ihrer Studie zufolge verursachten Luftschadstoffe im Jahr 2015 weltweit 8,8 Millionen vorzeitige Todesfälle. Das entspricht einer durchschnittlichen Verkürzung der Pro-Kopf-Lebenserwartung um 2,9 Jahre.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Für das Rauchen beträgt dieser Wert 2,2 Jahre bei 7,2 Millionen Todesfällen, für Aids 0,7 Jahre (eine Million Tote) und für Parasitenkrankheiten wie Malaria 0,6 Jahre (600.000 Tote). Angesichts dieser Ergebnisse könne man von einer „Luftverschmutzungspandemie“ sprechen, meint Max-Planck-Direktor Jos Lelieveld.

          Herz und Kreislauf werden belastet

          Schadstoffe wie Feinstaub und Ozon erhöhen die Sterblichkeit vor allem dadurch, dass sie Herz-Kreislauf-Leiden verursachen. Um die weltweite Belastung zu berechnen, verwendeten die Forscher ein atmosphärenchemisches Modell. Die daraus gewonnenen Daten kombinierten sie mit einem Modell, das auf epidemiologischen Kohortenstudien beruht. Dabei unterschieden die Wissenschaftler zwischen natürlichen und vom Menschen freigesetzten Schadstoffen.

          Die meisten Toten sind in Ost- und Südasien zu beklagen, gefolgt von Afrika, Europa, Nord- und Südamerika. Am gesündesten ist die Luft noch in Australien.

          Fast zwei Drittel der Sterbefälle wären nach Ansicht der Forscher vermeidbar, denn der Großteil der Luftverschmutzung sei auf den Einsatz fossiler Brennstoffe zurückzuführen. Würden diese Emissionen wegfallen, ließe sich die durchschnittliche Lebenserwartung weltweit um mehr als ein Jahr steigern.

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