https://www.faz.net/-gzg-xwqm

Mainz : Wohnheimplätze sehr begehrt – und rar

  • Aktualisiert am

Sanierungsfall: Das Studentenwohnheim Inter II in Mainz. Bild: Marcus Kaufhold

Kurz vor Vorlesungsbeginn suchen immer noch viele Mainzer Studenten nach einem Zimmer. Allein beim Studierendenwerk stehen etwa 600 Personen auf der Warteliste.

          Wenn in einer Woche an der Johannes-Gutenberg-Universität die Vorlesungen für das Wintersemester beginnen, werden längst nicht alle Studenten ihre Wunschunterkunft gefunden haben. Denn die Nachfrage nach den günstigen Wohnheimplätzen ist größer als das Angebot. „Zu Semesterbeginn gibt es immer einen Engpass“, sagt Matthias Griem, Geschäftsführer des Studierendenwerks Mainz. Schwierig sei es vor allem für Studenten, die im Nachrückverfahren der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen noch kurzfristig einen Studienplatz in Mainz bekommen hätten.

          Die verfügbaren Wohnheimplätze seien dem Studierendenwerk „aus den Händen gerissen“ worden. Derzeit stehen nach Griems Angaben etwa 600 Namen von Unterkunftsuchenden auf der Warteliste. Allerdings werde die Liste nicht laufend aktualisiert. Daher wisse man nicht, ob der ein oder andere in der Zwischenzeit nicht doch noch etwas gefunden habe. In seinen acht Wohnheimen bietet das Studierendenwerk derzeit etwa 2800 Plätze an; hinzu kommen weitere zirka tausend Plätze anderer Träger. So leben in den drei Mainzer Wohnheimen der Vegis Immobilien Verwaltungs- und Vertriebsgesellschaft 700 Studenten. Derzeit ist alles belegt, wie Vegis auf Anfrage mitteilte. In diesem Wintersemester sei die Nachfrage nach Wohnheimplätzen extrem groß gewesen. Es gebe eine Warteliste, die inzwischen aber nicht mehr ganz so groß sei, weil einige Bewerber anderweitig fündig geworden seien. Weitere Anbieter sind etwa das Evangelische Studentenzentrum mit 130 Plätzen, das Studentenwohnheim Rhein-Main mit rund 70 und die Katholischen Hochschulgemeinde mit rund 60 Plätzen.

          Studenten können auch mit Hilfe des Semestertickets pendeln

          Das vom Studierendenwerk direkt auf dem Campus betriebene Wohnheim Inter II wird derzeit umfassend saniert, weshalb laut Griem von gut 500 momentan nur 71 Plätze genutzt werden können. Die Gebäude werden entkernt und bekommen unter anderem eine neue Wärmedämmung und neue Fenster. Der erste Bauabschnitt soll den Angaben zufolge noch im Wintersemester abgeschlossen werden, so dass dann wieder ein Drittel, also rund 170 Plätze, zur Verfügung stünden. Von diesen werden laut Griem aber nur einige auf den Markt kommen, da erst die verbliebenen Inter-II-Bewohner versorgt werden müssten, deren Zimmer in einem nächsten Schritt saniert würden. Neue Pläne gibt es nach Griems Worten auch für das benachbarte Wohnheim Inter I: Da das Hochhaus der Universität zurückgegeben wird, die es für die Medienwissenschaften nutzen will, wird für die 200 Bewohner nach einem Ersatz gesucht.

          Derzeit laufe die Planung für eine neue Wohnheimanlage mit zirka 250 Plätzen, die zum Sommersemester 2012 fertig sein solle. Griem zufolge wird momentan eine Bedarfsanalyse erstellt. Er vermutet, dass es einen Bedarf von 500 bis 1000 zusätzlichen Plätzen gibt. Das Studentenwerk sei bereit, weitere Angebote zu schaffen, werde aber wohl nicht den gesamten Bedarf abdecken können, sagt er mit Blick auf private und kirchliche Träger. Diese versteht Griem ohnehin nicht als Konkurrenz zu den Wohnheimen des Studierendenwerk, sondern als Ergänzung.

          Wie viele Studenten in Zukunft einen Wohnheimplatz suchen werden, hängt laut Griem von vielen Faktoren ab: Von den doppelten Abiturjahrgängen durch die Umstellung vom neun- auf das achtjährige Gymnasium, von den geburtenschwachen Jahrgängen und von der Umstellung von Diplom- auf Bachelor-Studiengänge. Auswirkungen dürfte es auch haben, wenn die Wehrpflicht und der Zivildienst tatsächlich abgeschafft werden. Derzeit studieren in Mainz etwa 40.000 Männer und Frauen, davon allein 34.000 an der Universität.

          Ob ein Student auf dem freien Wohnungsmarkt fündig wird, hängt Griem zufolge davon ab, was er zu zahlen bereit ist. Wer seine Hoffnung nicht darauf setzen will, als Nachrücker doch noch einen der begehrten Wohnheimplätze zu bekommen, für den sieht Griem eine weitere Möglichkeit: sich außerhalb von Mainz nach einem Zimmer umzuschauen und mit Hilfe des Semestertickets in die Stadt zu pendeln. Im Hinterland sei der Markt noch nicht so leergefegt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Brexit-Treffen : Johnson blitzt bei Juncker ab

          Der britische Premierminister Johnson hatte Zuversicht verbreitet, doch seine Gespräche mit Kommissionschef Juncker blieben ohne konkretes Ergebnis. Das erste Treffen zwischen den beiden Politikern findet ein kurioses Ende.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.