https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/mainz-verfolgt-plaene-fuer-wohngebiet-hechtsheimer-hoehe-15113796.html

Mainz : Mit Verschwiegenheit und Weitblick

Der Acker ist bereitet: Nach dem Großberghang soll die angrenzende Hechtsheimer Höhe (Freifläche links) bebaut werden. Bild: GVG / Costard Mainz

Die Grundstücksverwalter der Stadt Mainz versuchen, aus einer limitierten Fläche das Optimale herauszuholen. Jetzt verfolgen sie unter anderem Pläne für ein Wohngebiet „Hechtsheimer Höhe“.

          2 Min.

          In einer Stadt wie Mainz, deren Bevölkerung auf engbegrenzter Fläche ständig wächst, kommt einer klugen Bodenbevorratung besondere Bedeutung zu. Ebendeshalb wurde vor 26Jahren die Grundstücksverwaltungsgesellschaft (GVG) mbH als Tochter der Stadt gegründet, deren Mitarbeiter seitdem damit beschäftigt sind, im Auftrag der Kommune zusätzliche Gewerbe- und Wohngebiete zu entwickeln. Verschwiegenheit und Weitblick gehörten dabei von Anfang an zum Geschäft, wenn es darum ging, günstig Ackerland oder andere Flächen zu erwerben, die bisweilen allerdings erst Jahre oder Jahrzehnte später gebraucht werden: so wie beim zwischen Hechtsheim und Ebersheim geschaffenen „Wirtschaftspark Mainz Rhein/Main“.

          Markus Schug
          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Mit einem Umsatz von 18,6 Millionen Euro und dem Verkauf von mehr als 95000 Quadratmeter Grund und Boden sei 2016 für das im Brückenturm am Rathaus beheimatete Unternehmen „das umsatzstärkste Jahr seit Firmengründung“ gewesen, sagte GVG-Geschäftsführer Franz Ringhoffer gestern bei der Bilanzpressekonferenz. Der Reingewinn von knapp 900000 Euro werde dem Eigenkapital zugeführt, womit man eine für eine Immobiliengesellschaft sehr gute Eigenkapitalquote von 31 Prozent aufweise. Angaben dazu, für welche Ecken der knapp 100 Quadratkilometer großen Stadt sich die Gesellschaft aktuell interessiert, mochte Ringhoffer nicht machen.

          Neue Wohnhäuser sollen in den Himmel wachsen

          Auch so hoffen vor allem Landwirte darauf, irgendwann von der im Volksmund „fünfte Fruchtfolge“ genannten, weil für die Verkäufer meist ordentliche Gewinne bringenden Umwandlung von Ackerflächen in Bauland zu profitieren. Schließlich ist schon jetzt absehbar, dass der zu 75 Prozent vermarktete und nur noch 175000 Quadratmeter Bauland bietende Wirtschaftspark an der Rheinhessenstraße bald voll sein dürfte. Bis dato seien dort, wo unter anderem Möbel Martin, die Firmen Köbig und Deublin sowie zwei Paketdienstunternehmen angesiedelt wurden, mehr als 900 Arbeitsplätze entstanden, sagte der Wirtschaftsdezernent und GVG-Aufsichtsratsvorsitzende, Christopher Sitte (FDP). Ob und wie es dort mit Gewerbeansiedlungen weitergehen könnte, mochte er, wohl um die Preise nicht nach oben zu treiben, nicht sagen.

          Zu den Großprojekten, denen sich die GVG als Nächstes annehmen will, gehört es, die landwirtschaftlich genutzten Felder an Saarstraße und Europakreisel so herzurichten, dass in spätestens zwei Jahren in Nachbarschaft zur Universität möglichst hochschulnahes Gewerbe angesiedelt werden kann. Rund um das vom FSV Mainz 05 gepachtete Fußballstadion, das von der GVG gebaut und im Sommer 2011 eröffnet wurde, liegt noch immer einiges im Argen. Da sich die Stadt, ihre Grundstücksverwaltungsgesellschaft und der Bundesligaverein sowie die Eigentümer der angrenzenden Äcker nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen konnten, lässt die Wegeführung durch die Felder als auch der Zustand der von Fußgängern und Radfahrern zu nutzenden Pfade immer noch zu wünschen übrig. Im Fall der bereits über die Koblenzer Straße geführten, wegen Grundstücksstreitigkeiten derzeit aber noch im Nirgendwo endenden neuen Busspur zur Hochschule ist Sitte zufolge eine Einigung im Zuge der Baulandumlegung in Sicht. Die Fläche für ein neues Wohngebiet auf der Hechtsheimer Höhe hat sich die GVG dagegen schon länger gesichert. Nun soll es auf dem Areal bald losgehen, das laut Ringhoffer Platz für bis zu 400Wohneinheiten bietet. Davon könnten rund 70 Prozent Doppel- und Reihenhäuser sein.

          Noch darf auf der dafür ausgesuchten Fläche im Anschluss an das ebenfalls von der GVG entwickelte Weisenauer Wohngebiet Am Großberghang zwar Landwirtschaft betrieben werden. Spätestens von 2019 an sollen an dieser Stelle der 216000 Einwohner zählenden Stadt Mainz dann aber neue Wohnhäuser in den Himmel wachsen.

          Weitere Themen

          Tödlicher Unfall auf der A3

          Sperrung am Frankfurter Kreuz : Tödlicher Unfall auf der A3

          Bei einem Unfall auf der A3 am Frankfurter Kreuz ist am Donnerstagabend ein Lkw-Fahrer getötet worden. Wegen der zeitweiligen Sperrung von Fahrbahnen ist es am Frankfurter Kreuz auch am Freitagmorgen zu erheblichen Verkehrsbehinderungen gekommen.

          Misteln für Miraculix

          Der Wandertipp : Misteln für Miraculix

          Das hessische „Keltenjahr“ 2022 bietet Gelegenheit, auch weniger bekannte Bodendenkmäler bei Butzbach zu entdecken. Die Ringwälle am aussichtsreichen Hausberg. Die Ringwälle am aussichtsreichen Hausberg sind solch eine Attraktion.

          Topmeldungen