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Mainz : Erweiterung der Rheingoldhalle beginnt

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Die Augen im Mainzer Baudezernat richten sich derzeit auf den Wasserstand des Rheins. Wenn der Pegel nicht unerwartet steigt, laufen in den nächsten Tagen die Vorarbeiten für eines der wichtigsten Bauprojekte der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt an.

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          Die Augen im Mainzer Baudezernat richten sich derzeit auf den Wasserstand des Rheins. Wenn der Pegel nicht unerwartet steigt, laufen in den nächsten Tagen die Vorarbeiten für eines der wichtigsten Bauprojekte der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt an. Ursprünglich sollte die Erweiterung der Rheingoldhalle schon im vergangenen Sommer beginnen, doch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion meldete Bedenken wegen der Finanzierung an. Nachdem die Stadt und die stadtnahe "Parken in Mainz GmbH" inzwischen eine eigene Rheingoldhallen-Verwaltungsgesellschaft gegründet haben, die die Erweiterung tragen soll, steht dem Vorhaben nun nichts mehr im Wege. Das Land hat schriftlich einen "beachtlichen Zuschuß" zugesagt und will den genauen Betrag in Kürze nennen.

          Die meisten Mainzer werden von den Bohrungen und Gründungsarbeiten unterhalb der Halle und der Rathausgarage nichts mitbekommen. Sichtbar werden die Arbeiten erst vom 14. Februar an, wenn die Baustelle an der dem Rathaus zugewandten Seite eingerichtet wird und die schweren Maschinen anrücken. Zuerst werden die vier Brücken, die bislang den Jockel-Fuchs-Platz mit der Rheingoldhalle verbinden, abgerissen. Rund achtzehn Monate dauern die Bauarbeiten, die Ulrike Backes, kommissarische Referentin im Baudezernat, so veranschaulicht: "Der Erweiterungsbau schiebt sich ins jetzige Foyer, spannt sich über die Durchfahrt und legt sich aufs Rathausplateau." Rund ein Drittel des Jockel-Fuchs-Platzes muß der dann größeren Halle weichen.

          Herzstück des Erweiterungsbaus ist ein neuer Saal, der zur Rheinstraße, zum Rathaus und zum Rheinufer von einem verglasten Foyer umgeben ist. Nach dem Willen der Rheingoldhallen-Betreiberin, der städtischen Congress Centrum Mainz GmbH (CCM), wird er den Namen "Gutenbergsaal" tragen. Auf 1080 Quadratmetern sollen dort 1340 Besucher Platz finden. Den Plänen zufolge wird der Gutenbergsaal auf der gleichen Ebene wie der bestehende Kongreßsaal liegen, dank Tageslicht und Parkettboden eine freundliche Atmosphäre bieten und flexibel in vier gleiche Sektionen zu teilen sein. Die übrigen Säle einbezogen, wären damit Veranstaltungen mit bis zu 4000 Besuchern möglich.

          Für die CCM erschließen sich dank der Erweiterung eine Reihe neuer Vermarktungsmöglichkeiten. Wissenschaftliche oder medizinische Kongresse, bei denen sowohl Platz für ein Plenum von 2000 Teilnehmern als auch für kleinere Gruppen gefragt ist, wären möglich. Außerdem könnten mehrere Großveranstaltungen gleichzeitig ablaufen, so Antje Münsterberg, die bei der CCM zuständig für das Marketing ist. Daß der Betrieb während der eineinhalbjährigen Umbauphase leidet, befürchtet sie nicht. Eine provisorische Trennwand zwischen Baustelle und Rheinfoyer schütze die bestehenden Säle vor Staub und Lärm. Auf der Rheinseite werde ein vorübergehender Eingang eingerichtet, und die Tiefgarage bleibe bis auf wenige Tage geöffnet. Mit der Erweiterung will die Stadt zugleich für ein repräsentatives Entree, eine schönere Garderobe und eine verbesserte Anfahrt sorgen. Alle Besucher sollen die Halle künftig im ersten Geschoß vom Rathausplateau aus betreten. Im Kubus an der Ecke zur Rheinseite, worin sich derzeit ein Cafe befindet, werden eine Treppe, ein Aufzug und eine Rolltreppe eingebaut, die die Rheinstraßen-Ebene mit dem neuen Haupteingang verbinden. Vom Rhein gelangt man so direkt ins Foyer.

          Ob die von vielen Seiten gewünschte Freitreppe vom Jockel-Fuchs-Platz zum Rheinufer gebaut wird, ist derweil ungewiß. Baudezernent Norbert Schüler (CDU) setzt sich ebenso wie Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) für diese Verbindung von der Innenstadt zum Fluß ein. Eine solche Treppe wäre ein Gewinn für die ganze Uferpromenade, doch bislang fehlt das Geld. Im Erweiterungsbudget der Rheingoldhalle, das 17,4 Millionen Euro beträgt, ist der Treppenbau jedenfalls nicht enthalten. trau.

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