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Maintal wächst : Viele neue Wohnungen

Wohnen im Grünen: Die Stadt Maintal verzeichnet immer mehr Zuzug, auch im Stadtteil Dörnigheim. Bild: Sandra Schildwächter

In Maintal sind zahlreiche Bauvorhaben in Planung. Vor allem Wohnraum wird gebraucht, sowohl erschwinglicher als auch gehobener. Dabei verschwinden auch einige unschöne Ecken.

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          Bald wird das zwischen Frankfurt und Hanau gelegene Maintal die größte Stadt des Main-Kinzig-Kreises sein. Und zwar dann, wenn die künftige Großstadt Hanau mit derzeit knapp 100.000 Einwohnern den Kreis verlässt. Geplant ist der Ausstieg für den 1. Januar des nächsten Jahres. Für das aus vier Ortsteilen bestehende, 45 Jahre alte Maintal bedeutet das einen Aufstieg. Doch die Stadt wächst nicht nur in der Statistik, sondern seit Jahren auch tatsächlich: Nach den Berechnungen der Verwaltung haben derzeit rund 42 500 Menschen ihren ersten Wohnsitz in Maintal.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Dieses Wachstum ergibt sich nach den Worten der parteilosen Bürgermeisterin Monika Böttcher zum einen durch Zuwanderungen aus dem ländlich geprägten Osten des Kreises und zum anderen aus den Gebieten um Frankfurt und Hanau sowie aus den beiden Städten selbst. Der Prozess wird sich sehr wahrscheinlich in den nächsten Jahren fortsetzen, denn Maintal befindet sich in einer attraktiven Lage im Rhein-Main-Gebiet. Der Bau der nordmainischen S-Bahn kommt noch dazu.

          Wachstum kontrolliert vollziehen

          Deshalb wird in Maintal vor allem Wohnraum gebraucht, sowohl gehobener als auch erschwinglicher für den kleineren Geldbeutel. Böttcher geht davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren rund 2000 Wohneinheiten entstehen werden, vor allem mit Hilfe von Investoren, aber auch durch die stadteigene Maintal Immobilien Gesellschaft. Damit seien die Möglichkeiten der Stadt aber weitgehend erschöpft. Größeres zusammenhängendes Bauland werde es dann nicht mehr geben. Wichtig ist es der Bürgermeisterin, deren erste Amtszeit bald abläuft, dass sich das Wachstum nicht unkontrolliert vollzieht. Maintal soll nach ihren Worten nicht schnell wachsen, sondern mit Qualität.

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          Auf dem Weg sind eine Reihe von Wohnbauvorhaben, das umfangreichste und auffälligste liegt am östlichen Stadteingang von Dörnigheim in Richtung Hanau. Wenn dort im September der Real-Markt schließt, wird es keinen großen Supermarkt mehr geben. Kunden, die mit dem Auto unterwegs sind, können laut Böttcher beispielsweise den nahe gelegenen Globus-Einkaufsmarkt nutzen. Fußläufig zu erreichen sein wird dort voraussichtlich nur noch kleinteiliger Einzelhandel. Der Immobilienentwickler Instone GmbH will auf der frei werdenden Fläche, zu der auch ein großer Parkplatz gehört, eine Mischung aus Wohnen und Läden schaffen. Zudem ist eine Kindertageseinrichtung dort vorgesehen. Zur Verwirklichung ist die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans erforderlich. Ein städtebauliches Konzept soll den zuständigen Gremien im Frühjahr oder Sommer vorgelegt werden.

          Attraktiverer Eingang für Dörnigheim

          Weitere zirka 80 Wohneinheiten, darunter auch geförderte Wohnungen, sollen auf dem angrenzenden, knapp einen halben Hektar großen Areal am alten Kesselstädter Weg entstehen. Dazukommen soll ein gastronomisches Angebot. Entwickler ist die City Nord GmbH. Diese Vorhaben werden nach den Erwartungen der Bürgermeisterin schnell verwirklicht, da kein neuer Bebauungsplan erforderlich ist. Der Bauantrag soll in der ersten Hälfte des Jahres eingereicht werden. Die Gebäude des gegenüberliegenden architektonisch unschönen „Opel-Ecks“ sollen vollständig abgerissen werden und einem attraktiveren Eingang für Dörnigheim Platz machen. Geplant sind 76 Wohnungen sowie Einzelhandels- und Dienstleistungsbetriebe, darunter möglicherweise ein Dialysezentrum. Eine Machbarkeitsstudie „Dörnigheim Ost“ beschreibt zudem ein Mischgebiet aus Wohnen und Dienstleistungen für die Ackerfläche gegenüber dem Gelände von Real. Diese Bauprojekte zusammen werden laut Böttcher ein gut angebundenes, mit attraktiver Infrastruktur versehenes neues Wohnviertel am Stadteingang bilden.

          Soll attraktiver werden: Das „Opel-Eck“ in Dörnigheim wird neu bebaut. Künftig soll dort nicht nur Gewerbe angesiedelt sein.
          Soll attraktiver werden: Das „Opel-Eck“ in Dörnigheim wird neu bebaut. Künftig soll dort nicht nur Gewerbe angesiedelt sein. : Bild: Rainer Wohlfahrt

          Auch andernorts soll gebaut werden. Beispielsweise soll das ebenfalls im Stadtteil Dörnigheim liegende Wohngebiet Eichenheege von der städtischen MIG als „möglichst klimaschonendes Baugebiet“ entwickelt werden. Geplant sind auf dem knapp drei Hektar großen Areal 145 Wohnungen, darunter auch geförderte.

          „Greentower“ umstritten

          Neben öffentlichen Freiflächen sind im Sinne des Maintaler Mobilitätskonzepts E-Ladestationen sowie ein Carsharing-Modell geplant. Ein rechtskräftiger Bebauungsplan liegt vor. Platz für rund 270 weitere Wohneinheiten gibt es auf dem Areal „Westlich Eichenheege 1“. Für die Entwicklung durch einen privaten Investor fehlen aber noch wesentliche Beschlüsse der Stadtverordneten.

          Still geworden ist es derzeit um das umstrittene Bauvorhaben „Greentower“, ein 17 Stockwerke umfassendes Hochhaus auf einer freien Fläche am Michel-Hotel in Dörnigheim. Das Projekt des Hotelbesitzers Ido Michel hatte unter anderem wegen seines Standorts und seiner Höhe zahlreiche Kritiker auf den Plan gerufen.

          Die Stadtverordneten stimmten dem Wohnhochhaus schließlich unter der Vorgabe zu, dass mindestens 20 der 60 Wohnungen als erschwingliche Mietwohnungen zur Verfügung stehen müssen, wie es für alle Geschosswohnungsbauten in Maintal gilt. Ein Vorvertrag zu einem städtebaulichen Vertrag, der die Vorgaben der Stadt enthält, ist nach den Worten Böttchers unterschrieben.

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