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Main-Taunus-Kreis : Neues Flüchtlingsheim aus Containern

Privatsphäre: Jede Familie bekommt eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit Küche und Bad. Bild: Waldner, Amadeus

In Kriftel werden künftig 40 Asylbewerber unterkommen. Der Kreis hat ein neues Gebäude so eingerichtet, dass Familien dort Ruhe finden können.

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          Am nördlichen Rand von Kriftel gibt es ein neues Heim für Flüchtlinge. Dort sollen 40 Asylbewerber untergebracht werden, sagte der Sozialdezernent des Main-Taunus-Kreises, Johannes Baron (FDP). Die ersten von ihnen werden im September einziehen. Die Einrichtung sei in erster Linie für Familien gedacht.

          Jan Schiefenhövel
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die acht Wohnungen in dem zweistöckigen Bau umfassen jeweils zwei Zimmer, Küche und Bad. Es gebe noch zwei Schlafzimmer, die wahlweise dem einen oder anderen benachbarten Appartement zugeordnet werden könnten, so dass Wohneinheiten für sechs bis acht Personen entstünden. Damit komme man den Bedürfnissen der Menschen entgegen, die nach einer oft mehrere Monate dauernden Flucht vor allem einen Ort der Ruhe und des Rückzugs brauchten. Gemeinschaftsküchen und -bäder gebe es nicht.

          Kindergarten und Schule in der Nähe

          Im Haus wurden außerdem Büros für einen Sozialarbeiter und den Hausmeister sowie ein Gemeinschaftsraum zum Beispiel für Sprachkurse eingerichtet, wie Baron am Donnerstag bei einem Rundgang erläuterte. In den nächsten Tagen werde auf dem Grundstück noch ein Spielplatz angelegt. Derzeit würden Möbel eingebaut.

          Der Kreis gebe 1,4 Millionen Euro für das Container-Heim aus. Der Nachwuchs der Asylsuchenden solle Kindergarten und Schule besuchen, diese Einrichtungen befänden sich in der Nähe. Auch Geschäfte sei gut erreichbar. Die Flüchtlinge versorgten sich selbst mit Lebensmitteln, eine Gruppenversorgung sei nicht vorgesehen.

          Ehrenamtliche wollen Flüchtlingen helfen

          Das Haus wurde aus Wohncontainern aus Stahl zusammengesetzt, wie der Architekt Olaf Rigoll erläuterte. Außen sei eine Dämmung gegen den Wärmeverlust angebracht worden. Innen in den Zimmern gebe es eine halbhohe Holzverkleidung an den Wänden als Schutz. Einen ähnlichen Bau aus Modulen gebe es schon in Flörsheim, sagte Baron. Weitere Gebäude dieser Art sollten in Schwalbach und Bad Soden errichtet werden. Das Grundstück gehöre einer privaten Eigentümerin, sagte der Erste Beigeordnete der Gemeinde Kriftel, Franz Jirasek (parteilos). Die Gemeinde habe es von ihr gepachtet und verpachte es weiter an den Kreis.

          Zusammengesetzt: Der Bau besteht aus stählernen Modulen.
          Zusammengesetzt: Der Bau besteht aus stählernen Modulen. : Bild: Waldner, Amadeus

          Vermittelt von den christlichen Gemeinden, habe sich ein Kreis von ehrenamtlichen Helfern zusammengefunden, die sich um die Flüchtlinge kümmern wollten, berichtete Bürgermeister Christian Seitz (CDU).

          Die Zahl der Flüchtlinge im Main-Taunus-Kreis sei in kurzer Zeit stark gestiegen, sagte Baron. Bis zum Jahr 2012 hätten im Kreis etwa 400 Flüchtlinge gelebt. Seitdem kämen mehr Asylsuchende nach Hessen. Noch vor dem Jahresende werde deren Zahl auf 1000 steigen. Im nächsten Jahr müssten dann voraussichtlich 1200 Personen untergebracht werden.

          Falls sich die Lage in Krisenländern wie Irak, Syrien und der Ukraine verschlimmere, sei mit noch mehr Flüchtlingen zu rechnen, äußerte Baron. Der Kreis stimme sich bei der Suche nach Herbergen mit den Städten ab. Derzeit klappe diese Zusammenarbeit gut. In Kriftel lebten bislang keine Asylbewerber. Nach den Worten von Bürgermeister Seitz gab es bis vor acht Jahren eine Gemeinschaftsunterkunft. Sie sei geschlossen worden, weil das Gebäude in die Jahre gekommen sei.

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