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Lufthansa-Bildungszentrum : Eines der größten Tagungshotels im Land

  • -Aktualisiert am

Das neue Lufthansa-Bildungszentrum mit Hotel ist im Werden Bild: Michael Kretzer

Die Lufthansa baut an der Bergstraße ihr „Training & Conference Center Seeheim“. Am Dienstag war Richtfest. Der Konzern sucht auch externe Kunden und will nicht nur eigene Mitarbeiter weiterbilden.

          Im ersten Quartal 2009 will die Lufthansa ihr Bildungszentrum in Seeheim wieder eröffnen. Rund 100 Millionen Euro investiert das Luftfahrtunternehmen in den Neubau des „Training & Conference Center“. Es wird seit April 2007 an der Stelle des alten, in die Jahre gekommenen Gebäudes errichtet. Wie vor dem offiziellen Richtfest mitgeteilt wurde, finden sich im dem Komplex ein Tagungshotel mit 483 Zimmern und Konferenzräumen sowie umfangreiche Gastronomieangebote und Lounges, so dass dort Konferenzen und Tagungen fast jeder Größe veranstaltet werden können.

          Der Lufthansa-Projektleiter Marco Camboni erläuterte die Philosophie seines Hauses: Bei der Eröffnung in Seeheim vor 30 Jahren sei das Gebäude als das „modernste Tagungszentrum der deutschen Wirtschaft“ bezeichnet worden. Diese Maßstäbe sollten auch für den Folgebau gelten, der an gleicher Stelle hoch über der Bergstraße mit weitem Blick in die Rheinebene errichtet wird. Veranstalter von Tagungen von fünf Personen bis hin zu Ärztekongressen können Camboni zufolge in dem neuen Gebäude alle Angebote nutzen, dies gelte darüber hinaus für Feiern und Bankette, auch für Hochzeiten. Generell will sich die Lufthansa mit ihrem Zentrum öffnen und in das Tagungsgeschäft einsteigen.

          80 Trainingsräume

          Für Marketing und Betrieb gründete sie eine hundertprozentige Tochtergesellschaft, die das Haus in Seeheim betreiben wird. 250 Mitarbeiter wird sie demnächst haben, 220 waren es bis 2005. Derzeit laufen die Rekrutierungen, wobei das Unternehmen auf dem früheren Personal aufbauen will.

          Die 483 Zimmer haben zumeist eine Größe von 16 Quadratmetern, im Gegensatz zur spartanischen Ausstattung der bisherigen Unterkünfte verfügen sie über Fernsehgeräte. Neben dieser „Economy-Klasse“ gibt es 60 Businesszimmer mit 24 Quadratmetern, 24 Executive-Räume mit 32 Quadratmetern und vier Studios. Die Zimmer sind in einem Kubus untergebracht, der sich über 14 Geschosse erstreckt. Die unteren fünf dienen der Ausbildung und nehmen 80 Trainingsräume und elf IT-Schulungsräume auf.

          Im Erdgeschoss findet sich ein Hauptrestaurant mit 400 Plätzen, Bar und Außenterrasse. Das Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite des gläsernen Eingangs ist Veranstaltungen und der Erholung vorbehalten und verfügt über einen Bankettsaal mit 600 Quadratmetern für 500 Menschen, über vier multifunktionale Räume, Bierkeller, Kegelbahnen, Schwimmbad, Saunen, aber auch über eine gehobene Loungebar mit Bibliothek, Vinothek und Kaminzimmer.

          Gastronomie für Öffentlichkeit offen

          Von einer großen Küche aus versorgt die Lufthansa-Tochtergesellschaft LSG die diversen Gastronomieeinrichtungen. Es sei nicht daran gedacht, von außen Essen anliefern zu lassen, noch welches als Caterer nach außen zu liefern, sagte Camboni. Die Gastronomie wird der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

          Heute wäre an solch exponierter Stelle im Wald über dem Bergstraßenhang kaum noch eine Baugenehmigung zu bekommen. Auch deshalb ist man in Seeheim-Jugenheim froh, dass die Lufthansa ihr Gebäude nicht verlegt hat, sondern an bestehender Stelle neu baut. Die Lufthansa ihrerseits hatte gründlich überlegt, ob sie nicht den Standort aufgeben sollte, denn eine Sanierung des alten Gebäudes hätte ohnehin angestanden. Doch der Vorstand entschied sich für „QSH“, wie Seeheim laut interner Abkürzung heißt, und damit für die Tradition. Aus dem Architektenwettbewerb ging das Oberurseler Büro GHP – Gallwitz, Hofmann & Partner – als Sieger hervor. Generalunternehmer ist die Bilfinger Berger AG Frankfurt.

          Generell besteht der Gebäudekomplex aus zwei gegeneinander versetzten L-förmigen Kuben, die sich mit ihrer Fassade aus Metall und Glas von der mit Granit verkleideten Basis, dem Trainings- und Seminarteil, absetzen. Dieser fügt sich terrassenartig in die Natur ein.

          Die Lufthansa machte gestern deutlich, dass sie derzeit offensiv auf dem Kongress-Markt wirbt und dass sie schon auf Messen nach Kunden sucht. Seeheim wird einmal zu den zehn größten Tagungshotels in Deutschland zählen.

          „Seeheimer Kreis“ (noch) kein Thema

          Hauptsächlich will sich die Lufthansa in Seeheim mit der Aus- und Weiterbildung innerhalb ihres Konzerns befassen und dazu von Basis-Lehrgängen bis zu Führungsseminaren die geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Heute schon hat nahezu jeder Mitarbeiter einen Lehrgang in Seeheim absolviert.

          Noch kein Thema ist der „Seeheimer Kreis“, ein Zusammenschluss konservativer Sozialdemokraten, die von 1978 bis 1984 sich hier trafen. Doch erklärtermaßen möchte die Lufthansa erreichen, dass der „Seeheimer Kreis“ wieder einmal an den Ursprungsort zurückkehrt.

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