https://www.faz.net/-gzg-u69b

Luftfahrt/Justiz : Mit fünf Litern Bier im Bauch am Steuerknüppel

  • Aktualisiert am

Von Egelsbach aus hob der Pilot mit einem alkoholisierten Flugschüler gen Hahn ab Bild: picture-alliance / dpa

Ein Fluglehrer soll nach dem Genuss von fast fünf Litern Bier ein Sportflugzeug gesteuert haben. Bei der Notlandung in Frankfurt musste der Verkehr für einige Zeit lahmgelegt werden. Deshalb muss sich der Pilot nun vor Gericht verantworten.

          2 Min.

          Ein Fluglehrer, der nach dem Genuss von fast fünf Litern Bier ein Sportflugzeug gesteuert hat, muss sich seit Dienstag vor dem Amtsgericht im südhessischen Langen verantworten. Laut Anklage soll der 67 Jahre alte Mann aus Frankfurt mit annähernd drei Promille Alkohol gemeinsam mit seinem 22 Jahre alten ebenfalls alkoholisierten Flugschüler die einmotorige Maschine von Egelsbach im Kreis Offenbach in Richtung des Flughafens Hahn im Hunsrück geflogen haben.

          Für die Notlandung der beiden betrunkenen Piloten in Frankfurt musste der gesamte Verkehr auf dem internationalen Flughafen 20 Minuten lang lahm gelegt werden. In Hahn war eine Landung wegen schlechten Wetters nicht möglich gewesen, und der Startflughafen Egelsbach war bereits geschlossen. Nachdem ein Polizeihubschrauber die letzte Phase des Fluges begleitet hatte, wurden die beiden Männer auf dem Rhein-Main-Flughafen schon von der Polizei empfangen.

          Pilot besitzt weiter Fluglizenz

          Der Trunkenheitsflug am Abend des 13. April 2006 blieb bislang für den Fluglehrer ohne Folgen. Nach seinen Angaben vor Gericht ist er nach wie vor im Besitz seiner 1980 erworbenen Fluglizenz. Seine Erlaubnis, als Fluglehrer zu arbeiten, ist erst im vergangenen Jahr von Amts wegen bestätigt und verlängert worden. Vor Gericht landete der Fall, weil der Mann gegen einen Strafbefehl Einspruch erhob. Konsequenzen hatte das Luft-Abenteuer allerdings für den Flugschüler. Ihm wurde seine eine Woche vor dem ominösen Flug erworbene Lizenz bereits entzogen.

          Wie der 67 Jahre alte Pilot aussagte, hatte er am 13. April nach einem gemeinsamen Flug mit seinem Flugschüler den ganzen Nachmittag in der Gaststätte des Flughafens Egelsbach kräftig gezecht. Nach Berechnung des medizinischen Sachverständigen hatte der Mann bis in die Abendstunden etwa fünf Liter Bier konsumiert. Er selbst konnte keine Angaben zu seiner Trinkmenge machen. „Es müssen Unmengen von Bier gewesen sein“, sagte der Angeklagte, der von dem abendlichen Flug angeblich nichts mehr weiß. Erst bei der Blutabnahme gegen Mitternacht habe er seine Erinnerung wiedergefunden.

          Nachtflug-Idee beim Bier entstanden

          Der Flugschüler sagte aus, die Idee für den Nachtflug sei spontan nach einigen Bieren entstanden. Er habe zunächst nicht gemerkt, dass sein Fluglehrer betrunken gewesen sei. Erst während des Flugs sei ihm aufgefallen, dass er nicht mehr imstande war, das Flugzeug zu steuern und den Anweisungen der Flugüberwachung zu folgen. Er habe dann das Steuer übernommen. Das bestätigte der Lotse, der den Flug der beiden überwachte. Der Fluglehrer habe plötzlich angefangen zu lallen und nicht mehr reagiert.

          Das Gericht gab den rechtlichen Hinweis, dass ein vorläufiges oder ein lebenslanges Flugverbot in Erwägung gezogen wird. Die Staatsanwaltschaft beantragte, auch den Führerschein des Fluglehrers einzuziehen.

          Weitere Themen

          Pop, Punk und gern tanzbar

          Von Gastronomin zur Musikerin : Pop, Punk und gern tanzbar

          Paulina Conrad hat die Gastronomie gegen das Musikgeschäft eingetauscht – und sie möchte um nichts in der Welt wechseln. Zu lange hat sie darauf gewartet, ihrer Leidenschaft zu folgen.

          Topmeldungen

          Der einzige, der herausragte: André Silva

          Traum von Champions League : Eintracht Frankfurt versagt

          Das 3:4 gegen den Absteiger FC Schalke war eine peinliche Vorstellung der Frankfurter im Bundesliga-Endspurt. Ein Profi spricht nun Klartext – auch über Trainer Adi Hütter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.