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Gottesdienstbesuch : Lobe den Herren mit Ivan Igel

Steinalt: Die Markuskirche in Butzbach geht auf das frühe 15. Jahrhundert zurück und ist als dreischiffige gotische Hallenkirche gestaltet Bild: Michael Kretzer

Maus Maxi, Mama Maus, Kinder der Familie Maus, Molly Maulwurf, Frido Frosch, Rabenkind Anni und der sehr ängstliche Ivan Igel haben ein gemeinsames Motto: „Einer für alle, alle für einen.“ Gottesdienstbesuch in Butzbach.

          Unterwegs in Butzbach sind an diesem Sonntagmorgen: Maus Maxi, Mama Maus, Kinder der Familie Maus, Molly Maulwurf, Frido Frosch, Rabenkind Anni und der sehr ängstliche Ivan Igel. In der evangelischen Markuskirche treten sie als Handpuppen in einem Stück auf, das heißt: „Einer für alle, alle für einen.“ Damit wollen die Erzieherinnen aus der Kindertagesstätte der Markusgemeinde den etwa 20 Kita-Kindern, die nach dem Sommer in die Schule kommen, etwas mitgeben: auf die eigene Stärke setzen, Schwierigkeiten gemeinsam meistern, einander vertrauen.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Vermutlich ist die frühgotische Hallenkirche wegen des Kita-Abschiedsgottesdiensts so gut gefüllt. Einige hundert Besucher dürften es schon sein, unter ihnen sind viele Familien mit kleinen Kindern. Zu Beginn des Gottesdienstes nieselt es noch, aber später, als sich die Sonne durch die Wolken gekämpft hat, scheint Licht durch die farbenprächtigen Seitenfenster. Als Basilika schon im 13. Jahrhundert erbaut, hat die Markuskirche seit etwa 1520 drei Schiffe. Die Wände sind weiß verputzt, der rote Sandstein, der für Säulen und Bögen verwendet wurde, gibt dem großen Innenraum etwas Warmes.

          Zwei Hüpfburgen einsatzbereit

          Links vom Seiteneingang vor der Kirche findet sich ein Stand mit fair gehandelten Waren: Schokolade, Honig und manch anderes. Im Hof stehen Bierbänke. Direkt nach dem Gottesdienst beginnt das Gemeindefest. Zwei Hüpfburgen sind schon einsatzbereit.

          In der Kirche gibt ein junges Mädchen an jeden Besucher ein Gesangbuch aus. In einer der vorderen Reihen blättert ein blonder Junge auf dem Schoß seiner Mutter in einem großen Bilderbuch. Bevor es losgeht, ist es wuselig und laut und lebendig. Ein angenehmer Kontrast zu den oft schlecht besuchten und viel zu leisen Gottesdiensten, die es sonntags sonst so gibt.

          „Aber wir vermissen sie auch“

          Für Pfarrer Jörg Wiegand bleibt an diesem Morgen nicht viel zu tun: Das Programm gestalten Erzieherinnen und Kinder gemeinsam. Zu Beginn sagt er, dass die Gemeinde den jährlichen Abschiedsgottesdienst „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ feiere. Natürlich freuten sich alle, dass die Kinder in die Schule kämen, „aber wir vermissen sie auch“.

          Die Kita-Leiterin wird später den Eltern den Rat geben, die Kinder, die zum Beispiel Nele, Lasse, Silas, Frida und Titus heißen, loszulassen und ihnen den neuen Lebensabschnitt zuzutrauen. Dass auch in einem kinderfreundlichen Gottesdienst Raum für „Lobe den Herren“ bleibt, ist wunderbar. Die Zeile „In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet“ ist mindestens so erhebend wie die Luftballons, die die künftigen Schulkinder gleich nach dem Gottesdienst in den Butzbacher Himmel steigen lassen.

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