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Nach Irrfahrt in Limburg : Motiv des Lkw-Amokfahrers noch unklar

  • -Aktualisiert am

Bild: AFP

Der Mann, der im hessischen Limburg mit einem gestohlenen Lastwagen mehrere Fahrzeuge gerammt hat, stammt aus Syrien. Bislang gibt es keine Hinweise auf Verbindungen des Tatverdächtigen zur islamistischen Szene.

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          Das Motiv des mutmaßlichen Täters von Limburg ist weiter unklar. Das teilte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstag mit. „Auch wenn der Tathergang an die schrecklichen Anschläge von Nizza oder Berlin erinnert, ist das Motiv des festgenommenen Mannes nach wie vor unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln mit Hochdruck“, sagte Beuth. Seinen Angaben zufolge hat der tatverdächtige Syrer nach den derzeitigen Erkenntnissen keine Verbindungen in die gewaltbereite islamistische Szene.

          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Am späten Montagnachmittag war ein Syrer in der Limburger Innenstadt mit einem gestohlenen Lkw auf acht Autos aufgefahren, wodurch diese ineinander geschoben wurden. Dabei wurden laut Polizei neun Menschen leicht verletzt, darunter auch der Fahrer des Lastwagens. Frühere Angaben, wonach 17 Personen verletzt worden seien, hatte die Polizei später korrigiert. Ein Polizeisprecher wies zudem ausdrücklich darauf hin, dass kursierende Meldungen von Toten oder Schwerverletzten nicht der Wahrheit entsprächen.

          Der Syrer, der den Lastwagen steuerte, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft 32 Jahre alt und im Landkreis Offenbach wohnhaft. Sicherheitskreisen zufolge ist er polizeibekannt, demnach war er zuvor wegen gefährlicher Körperverletzung, Drogenbesitzes und Ladendiebstahls aufgefallen, allerdings soll er nicht als Islamist in Erscheinung getreten sein. Am Dienstag sollte er laut Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt werden.

          Zum Tatmotiv wollte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt keine Angaben machen. Es werde „in alle Richtungen“ ermittelt, sagte der Sprecher. Aus Sicherheitskreisen hieß es am Dienstag, es gebe bisher keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund der Tat. Doch erinnere diese natürlich an vergleichbare Taten in Berlin und Nizza.

          Zuvor hatten mehrere Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise gemeldet, die Tat habe einen islamistischen Hintergrund. Die Polizei warnte mehrfach vor Spekulationen. Auf Twitter schrieb sie: „Trolle oder wilde Spekulationen braucht niemand.“ Zudem riefen die Ermittler Zeugen auf, sich zu melden, wenn sie etwas gesehen haben, Videos oder Bilder besitzen, die mit den Geschehnissen im Zusammenhang stehen.

          Am frühen Morgen schlossen die Ermittler zudem die Spurensicherung vor Ort ab. Der Lastwagen wurde abgeschleppt. Er werde weiter in einem Polizeigebäude untersucht, sagte ein Sprecher. Der Lkw war zuvor in unmittelbarer Nähe des Schauplatzes gestohlen worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft durchsuchte die Polizei zwei Wohnungen, eine im Landkreis Offenbach und eine im Landkreis Limburg-Weilburg. Dabei wurde Beweismaterial sichergestellt, unter anderem Mobiltelefone und USB-Sticks. Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund des mutmaßlichen Täters sollen dabei aber bisher nicht gefunden worden sein, hieß es aus Sicherheitskreisen.

          Der Bürgermeister von Limburg, Marius Hahn (SPD), sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich bin geschockt und in meinen Gedanken bei den verletzten Unfallopfern und deren Familien.“

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