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Linke-Kandidatin Wissler : Schluss mit Marx

Abschied von Marx 21: Janine Wissler Bild: dpa

Kompromissbereit für den Parteivorsitz: Wegen ihrer Kandidatur für die Parteispitze der Linken lässt Janine Wissler ihre Mitgliedschaft im Netzwerk „Marx 21“ ruhen.

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          Janine Wissler, Fraktionschefin der Linken im Hessischen Landtag und Kandidatin für die Spitze der Bundespartei, lässt ihre Mitgliedschaft in dem trotzkistischen Netzwerk „Marx 21“ ruhen. Das sei eine „Formsache“, erklärte der Sprecher der Landtagsfraktion der F.A.Z. am Dienstag. Es sei üblich, keiner Strömung anzugehören, wenn man die ganze Partei führe. Zuerst hatte die „Zeit“ über Wisslers Schritt berichtet.

          Ewald Hetrodt
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Die Neununddreißigjährige will auf dem Bundesparteitag im Oktober kandidieren, nachdem die Amtsinhaber Katja Kipping und Bernd Riexinger ihren Rückzug angekündigt haben. Neben Wissler tritt Susanne-Hennig-Wellsow an. Die Fraktionschefin im Thüringer Landtag machte eine breite Öffentlichkeit auf sich aufmerksam gemacht, als sie dem mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten gewählten FDP-Politiker Thomas Kemmerich im Erfurter Landtag im Februar dieses Jahres einen Blumenstrauß vor die Füße war.

          Wissler war der innerparteilichen Organisation aus Überzeugung beigetreten und hat die radikale Programmatik auf Nachfragen hin nie relativiert. „Die Linke kann das Kapital schlagen, wenn Massenbewegungen bereit und in der Lage sind, die herrschende Klasse zu enteignen und den bestehenden undemokratischen Staatsapparat durch Organe der direkten Demokratie zu ersetzen.“

          So lautet eines von vielen Zitaten, die den Verfassungsschutz veranlassten, das Netzwerk als linksextrem einzustufen. Wissler zählt gegenwärtig zu den stellvertretenden Bundesvorsitzenden ihrer Partei. Ihr werden gute Chancen eingeräumt, an die Spitze gewählt zu werden.

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