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Der Limes in der Wetterau : Römischer Grenzwall wird sichtbar

Mit Stäbchen: Diese Simulation zeigt, wie der Limesverlauf nahe Altenstadt kenntlich gemacht werden soll Bild: Wetteraukreis

Auf 40 Kilometern, auf denen der Limes kaum noch zu erkennen ist, sollen Installationen errichtet werden. So wird der einstige Wallverlauf nachgebildet.

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          Wälle, Gräben, Palisaden, Wachtürme und Kastelle: All das hatten die Römer angelegt, um ihre Territorien vor Kriegern germanischer Stämme zu schützen. Auf einer Länge von 550 Kilometern erstreckt sich der Obergermanisch-Raetische Limes quer durch Süd- und Mitteldeutschland. Vor gut einem Jahrzehnt wurde er zum Unesco-Weltkulturerbe deklariert. Auf weiten Abschnitten sind die Grenzbefestigungsanlagen heute freilich kaum noch zu erkennen.

          Wolfram Ahlers

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          Das gilt auch für ein Teilstück im nordöstlichen Verlauf zwischen Großkrotzenburg am Main und Echzell im Norden der Wetterau, wo lediglich unscheinbare Reste von Wällen oder etwa Wachturm-Fundamenten vorhanden sind. Den Limes dort wieder augenfälliger zu machen, darum geht es bei einem gemeinsamen Projekt des Wetteraukreises, des Main-Kinzig-Kreises und des Regionalparks Rhein-Main. Auf einer Länge von rund 40 Kilometern zwischen den Limeszentren in Großkrotzenburg und Echzell entlang der Limesroute des Regionalparks sollen sogenannte Gestaltungselemente die römischen Grenzbefestigungen hervorheben.

          Hölzerne Stelen in Reihen

          Nach dem Konzept des Kasseler Landschaftsarchitekturbüros Plan werden überall dort in der freien Landschaft, wo der Limes allenfalls noch rudimentär vorhanden ist, hölzerne Stelen in Reihen oder einzeln aufgestellt, um den einstigen Wallverlauf nachzubilden. Optisch werden sie hervorgehoben durch Lackierung in leuchtendem Weiß. In Waldgebieten werden Bäume, die nahe der historischen Befestigung stehen, am Stamm auf einer Höhe von bis zu dreieinhalb Metern ebenfalls weiß gestrichen. Die Installation von sogenannten Limesfenstern soll zudem den Blick von Ausflüglern auf den einstigen Grenzverlauf fokussieren. Die Arbeiten haben dieser Tage begonnen und sollen bis Ende Mai abgeschlossen sein.

          Zuvor hatten Kommunen und Kreis auf Wetterauer Territorium den Limesradweg schon ausgebaut. Zwischen Florstadt und Altenstadt wurde der Weg auf mehreren Abschnitten asphaltiert und verbreitert. Zudem hat man die Streckenführung mit neuer Beschilderung auf den aktuellen Stand gebracht. An zwei Stellen, die besonders zum Verweilen einladen, ließen die beiden Kommunen Rastplätze anlegen. Bänke und Tische wurde ebenso installiert wie Fahrradständer. Einer befindet sich in der Nähe des Altenstädter Waldkindergartens, der andere Rastplatz entstand am Waldrand oberhalb des Florstädter Ortsteils Stammheim. Der von den Römern angelegte Erdwall verläuft an dieser Stelle parallel zum neu ausgebauten Radweg.

          30 Kilometer lange Strecke

          Ein Stück weiter nördlich ließ die Gemeinde Echzell ein neues Verbindungsstück zwischen dem Ortsteil Bingenheim und Echzell anlegen. Zudem ließ die Kommune eine Brücke bauen, um eine durchgängige Verbindung zu schaffen. Womit die etwa 30 Kilometer lange Strecke des Limesradwegs durch die Wetterau durchgängig auf befestigtem Boden zu befahren ist.

          In Echzell selbst befand sich, wie viele Grabungsfunde belegen, einer der größten Militärstützpunkte am Limes zwischen nordöstlichem Taunus und der Main-Ebene vor den Toren Frankfurts. Im Kastell Echzell, ergaben Rekonstruktionen, war vermutlich eine etwa 500 Mann starke Fußtruppe stationiert. Echzell stellt seine römische Vergangenheit im Museum mit vielen Funden und Erläuterungen dar. Der Grundriss des Kastells ist auf dem Platz vor der Kirche nachgestellt, und im Museumsgarten befindet sich die Rekonstruktion einer Jupitersäule.

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