https://www.faz.net/-gzg-8jq9e

Rheingau-Musik-Festival : Musik-Festival: Absurde Vorwürfe

  • -Aktualisiert am

Vogelperspektive: Das Festival und Fluglärmgegner streiten. Bild: Rheingau Musik Festival

Fluglärmgegner befürchten, dass abermals Flugrouten aus Rücksicht auf das Rheingau-Musik-Festival umgelegt werden. Die Festivalleitung prüft nun eine Klage.

          2 Min.

          Die Geduld von Michael Hermann ist zu Ende. Seit der Nachricht, dass vor etlichen Jahren einmal Flieger aus Rücksicht auf das Rheingau-Musik-Festival auf andere Routen umgeleitet worden sein sollen, um den Konzertgenuss nicht zu stören, haben die Fluglärmgegner das Festival ins Visier genommen, zumal die Fraport und die Lufthansa als dessen Sponsoren auftreten. Mehrfach haben Fluglärmgegner seit 2014 zum Festivalbeginn gegen die vermeintliche Verlegung von Flugrouten zur Schonung des Festivals protestiert. Vor zwei Jahren bestätigte die Deutsche Flugsicherung, einen solchen Fall habe es nur „vor Jahren“ einmal gegeben, eine Wiederholung aber nicht. Das Festival selbst sprach seinerzeit von einem einzigen Fall „Mitte der neunziger Jahre“, doch das Misstrauen der Fluglärmgegner ist seither groß.

          Kulturelle Veranstaltungen leiden unter dem Fluglärm

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Zum Beginn des Festivals in diesem Jahr haben die Künstler vom Mainzer Verein „Initiative gegen Fluglärm“ wieder einmal Post bekommen. Darin werden Sie nicht zum ersten Mal davor gewarnt, dass „aufgebrachte Bürger ihren Protest gegen die menschenverachtende Rücksichtslosigkeit der Politiker und Wirtschaftsvertreter vor, während oder nach den Konzerten äußern“ könnten. Die Künstler werden aber nicht nur auf Protestaktionen vorbereitet wie die Mahnwache vor dem Eröffnungskonzert in Kloster Eberbach. Sie müssten seit der Eröffnung der Nordwest-Landebahn im Jahr 2011 überdies „mit empfindlichen Störungen“ ihres Konzertes rechnen, weil sich die wichtigsten Veranstaltungsorte des Festivals wie Kloster Eberbach, Schloss Johannisberg und Kurhaus Wiesbaden unter „neuen, tiefergelegten Flugrouten“ befänden. In großen Teilen des Rhein-Main-Gebietes sei es nicht mehr möglich, kulturell Veranstaltungen im Freien oder nicht schallgedämmten Räumen abzuhalten. Die Initiative sieht für diese Zustände auch Mitglieder des Festival-Kuratoriums verantwortlich wie den früheren Ministerpräsidenten Roland Koch, Fraport-Vorstand Stefan Schulte und Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

          Festivalleiter Herrmann nennt das ein „ungeheuerliches Vorgehen“ und „Geschäftsschädigung“. Mit den absurden Behauptungen solle das Rheingau Musik-Festival diskreditiert werden. Die Festivalorganisation hat den Verein per Anwalt aufgefordert, eine mit einer Strafe von 25000 Euro bewehrte Unterlassungserklärung abzugeben, weil „die aufgestellten Behauptungen nicht der Wahrheit entsprechen und dazu angetan sind, das Festival zu schädigen.“ Bisher habe sich der Verein aber geweigert, eine solche Erklärung zu unterschreiben und auf die Aktion gegenüber den Künstlern zu verzichten. Daher prüft das Festival nun die Einreichung einer Klage.

          Weitere Themen

          Wie man eine Bierflasche auftreten kann Video-Seite öffnen

          Geht doch : Wie man eine Bierflasche auftreten kann

          Es gibt viele Möglichkeiten, Bierflaschen aufzumachen. Mit dem Feuerzeug, am Bierkasten oder auch mit dem zwölfer Schraubschlüssel aus der Werkzeugkiste. Es geht aber auch spektakulärer, wie F.A.Z.-Redakteurin Marie Lisa Kehler zeigt.

          Topmeldungen

          Justin Trudeau, Parteivorsitzender der Liberalen, wird den Prognosen nach Premierminister von Kanada bleiben.

          Prognosen : Trudeaus Liberale gewinnen Kanada-Wahl

          Premier Justin Trudeau hatte Neuwahlen ausgerufen, um in Kanada mit absoluter Mehrheit regieren zu können. Ersten Ergebnissen zufolge haben seine Liberalen die Wahl gewonnen – doch ob es für mehr als die Hälfte der Mandate reicht, blieb zunächst unklar.
          Muss in der letzten Wahlkampfwoche noch Boden gutmachen: Armin Laschet

          F.A.Z. Frühdenker : Laschet bläst zur Aufholjagd

          Merkel und Laschet treten zusammen auf, für jüngere Kinder könnte es Anfang kommenden Jahres einen Impfstoff geben, die Gaspreise steigen und Klimaaktivisten sind weiter im Hungerstreik. Was sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z. Newsletter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.