https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region-und-hessen/lehrermangel-lage-an-hessischen-schulen-aeussert-angespannt-18315710.html

Gewerkschaft GEW : Lage an hessischen Schulen „äußert angespannt“

  • Aktualisiert am

Blick in den Klassensaal: In Hessen gibt es weiter sorgen. Bild: Maximilian von Lachner

„Die Belastung in der Schule ist extrem“, sagt Landesschülerinnenvertreterin Pia Rosenberg. Die Bildungsgewerkschaft GEW bemängelt, dass es zu wenig Lehrerinnen und Lehrer gibt. Gemeinsam lenken sie den Blick auf die Probleme.

          1 Min.

          Vertreter von Schülern, Lehrern und Eltern in Hessen bezeichnen die Situation an den Schulen als „äußerst angespannt“. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz zum neuen Schuljahresbeginn bemängelten sie am Mittwoch in Frankfurt psychische Belastungen, viel Unterrichtsausfall und zu wenig Engagement der Politik.

          „Die Belastung in der Schule ist extrem“, sagte Landesschülerinnenvertreterin Pia Rosenberg. Viele hätten psychische Probleme, aber Hilfe gebe es kaum. Rechnerisch komme ein Schulpsychologe auf 6300 Schüler. Die Schülervertretung fordert mehr Hilfsangebote, außerdem könnte das Thema in vielen Fächern in den Unterricht integriert werden.

          Zu wenige Lehrer

          Landeselternbeiratsvorsitzender Volkmar Heitmann gab der hessischen Schulpolitik schlechte Noten: psychosoziale Hilfsangebote mangelhaft, Unterrichtsabdeckung mangelhaft, Infektionsschutz ungenügend. „Es wird verwaltet, nicht gestaltet.“ Die Elternvertretung forderte, in einem ersten Schritt den Unterrichtsausfall durch ein Monitoring systematisch zu erfassen. Steigende Heizkosten und fehlende Lüftungsanlagen würden im Winter dazu führen, dass die Schulen „zum Fenster hinausheizen“.

          Die Bildungsgewerkschaft GEW bemängelte, dass es zu wenig Lehrerinnen und Lehrer gibt, besonders an Grund- und Förderschulen. „Hessen ist kein attraktiver Arbeitgeber für Lehrkräfte“, sagte Roman George, Referent Bildungspolitik bei der GEW Hessen. Das Land vergebe Kettenarbeitsverträge, entlasse Lehrer mit Zeitarbeitsverträgen im Sommer, habe mehr Pflichtstunden und zahle weniger als andere Bundesländer. Die GEW schlägt unter anderem vor, die Zugangsbeschränkungen zum Lehramtsstudium zu lockern und für Grundschullehrer die Gehaltsstufe A13 einzuführen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          „Dem Rauche gleich, der stets nach kältern Himmeln sucht.“ So sah sich einst Nietzsche. Aber Otto Normalverbraucher hat es halt gerne warm und gemütlich.

          Heizen mit Holz : Der Qualm der Krise

          Das Gas ist teuer, die Sorgen groß – und nun? Das Naturprodukt Holz aus der Region zu verfeuern, klingt umweltfreundlich und nachhaltig. Tatsächlich ist es aber weder das eine noch das andere.
          Rückblick ins Heute: Auch wenn „Nullpunkt“ in der Vergangenheit spielt, ist es noch heute aktuell.

          Buch zum Krieg in der Ukraine : Der Hipster-Held an der Front

          Der ukrainische Schriftsteller Artem Tschech ist jetzt Soldat. 2015 wurde er zum ersten Mal einberufen, 2022 noch einmal. Über den alten Krieg hat er ein geniales Buch geschrieben. Sein „Nullpunkt“ ist so literarisch wie aktuell.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.