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Ruine im Hochtaunuskreis : Kirchenmauern aus Usinger Steinen

Landmarke: Vor drei Jahren hat der Hochtaunuskreis die Ruine „Unsere liebe Frau vom Landstein“ gekauft. Bild: Laila Sieber

Die Grabung bringt es an den Tag: Unter der Landsteiner Kirchenruine finden sich die Reste eines noch älteren Gotteshauses. Seit 2018 ist die ehemalige Kirche Teil des Naturpark Taunus.

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          Für Joachim Zeune hat sich die Mühe gelohnt. Eigentlich war der Archäologe nur damit beauftragt, das Mauerwerk der Landsteiner Kirchenruine bei Weilrod zu sichern. Doch als er mit seinen Helfern anfing zu graben, kamen nur zehn Zentimeter unter dem Boden Mauerreste zutage, anhand derer sich verschiedene Ausbaustufen der mittelalterlichen Wallfahrtskirche „Unsere liebe Frau vom Landstein“ im Taunus rekonstruieren lassen. Vor den Grabungen war über der Erde außer der Ruine des Kirchturms nur eine Mauer, eine Längswand des Kirchenschiffs, sichtbar. Eine zweite Mauer hatte man bisher für eine Außenmauer der Kirche gehalten, darin sah man die Wand des Chorraums. Doch das stellte sich als falsch heraus, wie der Archäologe erläutert. In Wirklichkeit bilden diese Bruchsteine nur eine Stützmauer für den Hang nebenan, die im 19. Jahrhundert erbaut wurde.

          Jan Schiefenhövel
          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das weiß der Mittelalterforscher deshalb so genau, weil er die Mauerreste des echten Chorraums ausgegraben hat. Die Archäologen haben genau genommen die Reste zweier Altarräume freigelegt. Die innere Mauer ist älter und gehört zum ursprünglichen, kleineren Chor. Als die Kirche vergrößert wurde, weil immer mehr Wallfahrer kamen, entstand der jüngere, größere Chor, dessen halbrunde Mauer weiter außen verläuft. Auch die Fundamente des Kirchenschiffs haben die Ausgräber freigelegt, so dass der Umriss einen guten Eindruck der mittelalterlichen Kirche vermittelt. Zeune hat sogar festgestellt, woher die Steine für den Kirchenbau kamen, nämlich aus Usingen, wie er an Steinmetzzeichen ablesen kann.

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