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Angestrebte Kreisfreiheit : Landkreistag hält nichts von Hanauer Plänen

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Seitwärts: Claus Kaminsky, OB von Hanau, strebt mit seiner Stadt aus dem MKK hinaus Bild: Rainer Wohlfahrt

Hanau möchte sich gerne aus dem Main-Kinzig-Kreis verabschieden. Der Landkreistag lehnt solch ein Ansinnen ab. Ein Argument: Es drohen andernfalls unnötige Doppelstrukturen in der Verwaltung.

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          Der Hessische Landkreistag hat sich gegen die Kreisfreiheit von Sonderstatusstädten ausgesprochen. Damit kritisierte der Verband der 21 hessischen Landkreise auch die Pläne der Stadt Hanau zur Kreisfreiheit. Der Landkreistag lehne solche Initiativen von Sonderstatusstädten ab. Dies sind kreisangehörige Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern.

          Durch das Aussteigen aus dem Kreis würden funktionierende kommunale Strukturen zerschlagen und der Zusammenhalt zwischen Städten und angrenzenden Kommunen erschwert, sagte Landkreistag-Präsident Bernd Woide am Montag. Städte, Gemeinden und Landkreise kooperierten schließlich in immer mehr Tätigkeitsfeldern.

          Unnötige Doppelstrukturen

          Auswirkungen sieht der Landkreistag auch auf die Finanzen. Es seien erhebliche Mehrbelastungen für kreisangehörige Kommunen zu erwarten. Der Verband bezweifelt auch den Nutzen. Es würden unnötige Doppelstrukturen geschaffen. „Dies widerspräche deutlich den allgemeinen Entwicklungen hin zu besseren Verwaltungsabläufen durch eine Bündelung und Konzentration von Zuständigkeiten und Fachwissen“, beurteilte Woide. Eine „Rückkehr zur Kleinstaaterei“ dürfe es nicht geben.

          Die Stadt Hanau hatte im August beschlossen, nicht mehr zum Main-Kinzig-Kreis gehören zu wollen und strebt die Kreisfreiheit an, um ihre Belange selbst zu regeln. Die Eigenständigkeit der mehr als 99 000 Einwohner zählenden und stark gewachsenen Kommune wird zum 1. April 2021 ins Auge gefasst. Bislang gibt es in Hessen mit Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt, Offenbach und Kassel fünf kreisfreie Städte.

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