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Streit um Lagerplatz : In Königstein geht es ums Prinzip

Steine des Anstoßes: Lagerplatz in Königstein Bild: Wolfgang Eilmes

Ein Lagerplatz für Baustoffe stößt Anliegern in Königstein sauer auf. Der Vorschlag der Stadt, daraus einen Wanderparkplatz zu machen, wirkt da wie die Suche nach einem eleganten und vor allem kostengünstigen Notausgang.

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          Eine Anfrage von Hessen Mobil sei eingegangen, hat der Fachbereichsleiter Planen, Umwelt, Bauen der Stadt Königstein im Januar dem Ortsbeirat Schneidhain mitgeteilt. Für den nächsten Sanierungsabschnitt der Wiesbadener Straße brauche die Straßenbaubehörde eine Lagerfläche, und die Stadt helfe gerne. Weil die Arbeiten erst 2021 beginnen sollen, wäre die Folge klar: Die Entscheidung über die Zukunft des ehemaligen Klärwerkgeländes würde weitere zwei Jahre hinausgeschoben. Und damit würden es auch die Bemühungen des Stadtteilgremiums, den Baulagerplatz wieder weitgehend der Natur zu überlassen.

          Die Ankündigung klingt unter diesen Umständen wie eine Pointe, die aber offenbar nicht zündet. Wegen der Nachbarbeschwerden könne man Hessen Mobil jetzt nicht mehr entgegenkommen, so Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) bedauernd.

          Suche nach dem Notausgang

          Das ist sicherlich misslich. Alles andere ist allerdings angesichts der Rechtslage nur noch schwer zu vermitteln. Die Nutzung des Lagerplatzes sei unzulässig, hat die Untere Naturschutzbehörde vor zwei Jahren festgestellt. Der Vorschlag der Stadt, daraus einen Wanderparkplatz zu machen, wirkt da wie die Suche nach einem eleganten und vor allem kostengünstigen Notausgang.

          Inzwischen geht es im Taleinschnitt zwischen Königstein und Schneidhain auch ums Prinzip. Es ist etwas anderes, ob jemand gegen jedes Bauvorhaben in der Nachbarschaft klagt oder die Fachbehörden auf die Rechtslage aufmerksam macht. Der Vorwurf des Bürgermeisters, die Anwohner nutzten die Umweltvorschriften aus, wirkt ein wenig schräg. Oft genug hat die Stadt ihre liebe Mühe, Privatleute zur Einhaltung von Recht und Gesetz zu bringen. Da würde man erwarten, dass sie in eigener Sache mit gutem Beispiel vorangeht. Zumal sie inzwischen darauf hoffen muss, dass die Fachbehörde bei der Aufforderung zur „Renaturierung“ keine Wortklauberei betreibt, und es richtig teuer für Königstein wird.

          Bernhard Biener
          (bie.), Rhein-Main-Zeitung

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