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KZ Katzbach : Die SS unterschlug das Essen

  • -Aktualisiert am

Die Adlerwerke: Im letzten Kriegsjahr richteten die Nazis auf dem Fabrikgelände im Gallusviertel ein Lager für Zwangsarbeiter ein. Bild: Institut für Stadtgeschichte

Warum war die Todesrate im KZ Katzbach in den Frankfurter Adlerwerken noch höher als sonst in der NS-Zwangsarbeit? Dieser Frage ist Andrea Rudorff vom Fritz-Bauer-Institut nachgegangen.

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          Nach dem Ende der Naziherrschaft hat Frankfurt jahrzehntelang ein dunkles Geheimnis verborgen. Erst nach 2010 wurde einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, dass vom Sommer 1944 an bis Mitte März 1945 mitten in der Stadt, in den Adlerwerken im Gallus, ein Konzentrationslager existiert hatte, das sogenannte KZ Katzbach. Unter den vielen KZ-Außenlagern in Industrieunternehmen im Deutschen Reich ragt Katzbach als besonders grauenhafter Ort heraus, weil hier die Todesrate höher war als an anderen Schreckensorten vergleichbarer Art. Im Vergleich zu dem Lager in den Adlerwerken, so erklärten mehrere überlebende Häftlinge nach dem Krieg, sei ihnen das KZ Dachau, von wo sie nach Frankfurt verschickt worden waren, als ein „verlorenes Paradies“ vorgekommen.

          Von den 1616 Häftlingen, die in mehreren Schüben nach Katzbach verfrachtet wurden, sind während der etwa achtmonatigen Existenz des Lagers 692 ums Leben gekommen. Viele weitere starben Mitte März nach ihrem Transport ins KZ Bergen-Belsen an Unterernährung oder Typhus. Dazu kam eine erhebliche Zahl weiterer Toter beim Marsch von etwa 350 bis 360 Häftlingen Richtung Thüringen ins KZ Buchenwald. Geblieben sind von den Katzbach-Häftlingen einige Gräber auf dem Gewann 30 des Frankfurter Hauptfriedhofs, wo die Toten von Katzbach auf dem „Gräberfeld für Ausländer“ verscharrt wurden.

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