https://www.faz.net/-gzg-9wsqp

Demo nach Morden in Hanau : „Menschenrechte statt rechte Menschen“

  • Aktualisiert am

In Sorge: „Bin ich die nächste?“, fragt diese junge Frau nach dem von einem deutschen Rassisten verübten Massenmord in der Stadt Bild: AP

Nach dem Massenmord in Hanau haben Hunderte Frauen, Männer und Minderjährige in der Stadt demonstriert. Sie trugen Schilder mit Aufschriften wie „Am I next?“ („Bin ich die nächste?“) mit sich und zeigten Bilder der Opfer des Todesschützen.

          1 Min.

          Mehrere Hundert Menschen sind am Samstag in Hanau gegen Hetze und Menschenverachtung auf die Straße gegangen. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie „Muss erst getötet werden, damit Ihr empört seid?“ oder „Menschenrechte statt rechte Menschen“. Für die Demonstration vom Freiheitsplatz in der Innenstadt zu den beiden Tatorten erwarteten die Veranstalter insgesamt bis zu 2000 Teilnehmer.

          Für Samstagnachmittag war auf dem zentralen Marktplatz zudem noch eine Kundgebung von einem privaten Veranstalter geplant. Auch der Grünen-Politiker Cem Özdemir wollte am Samstag nach Hanau kommen. Er wolle Angehörige der Opfer treffen, die Tatorte besuchen und an der Kranzniederlegung teilnehmen, teilte die Partei in Berlin mit.

          Ein 43 Jahre alter Deutscher hatte am Mittwochabend in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Der Sportschütze tötete auch seine 72 Jahre alte Mutter und dann sich selbst. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Täter eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank.

          Zuvor hatte der aus Hanau stammende Täter ein Video auf Youtube hochgeladen und in einer „persönlichen Botschaft“ an alle Amerikaner antiamerikanische Verschwörungstheorien verbreitet sowie zum Kampf gegen angebliche dunkle Mächte in den Vereinigten Staaten aufgerufen. Auch hatte er gemeint, Menschen in Deutschland würden von einem besonderen „Geheimdienst“ überwacht. Zudem hatte er auf seiner mittlerweile abgeschalteten Homepage eine sogenannte Strategie für einen Feldzug in Afghanistan und Irak unter deutscher Beteiligung eingestellt. In einem anderen Papier legte er seine Ideen dar, wie der DFB seine Männermannschaft zum Weltmeistertitel führen könne. 

          In Marburg haben derweil 4500 Menschen an einer Mahnwache teilgenommen und an die Opfer des Hanauer Massenmords erinnert. Unter anderem nahm die in der Stadt wohnende hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Die Grünen) teil (siehe Tweet). Die Teilnehmer versammelten sich hinter dem Motto #wirstehenzusammen.

          Weitere Themen

          Wie man um die Ecke schießt Video-Seite öffnen

          Geht doch! : Wie man um die Ecke schießt

          Ecken direkt verwandeln – auf dem Fußballplatz geht das noch vergleichbar einfach. Beim Tipp-Kick braucht es viel Feingefühl. Wir verraten, wie der perfekte Schuss um die Ecke gelingt.

          Topmeldungen

          Vorreiter: Cro veranstaltete bereits Mitte des Jahres die erste deutsche NFT-Auktion überhaupt.

          Cro und Kool Savas : Wie deutsche Rapper NFTs für sich entdecken

          Eistee, Pizza, Wein: Deutsche Rapper haben zuletzt viele neue Märkte erschlossen. Jetzt ist ein Textblatt von Kool Savas versteigert worden – als Non-Fungible Token. Vor ihm hatte Cro die erste deutsche NFT-Auktion überhaupt initiiert.

          Fall Kavala : Erdogan strauchelt und lenkt ab

          Mit der drohenden Ausweisung von zehn Botschaftern will der türkische Präsident von seiner sinkenden Popularität ablenken. Doch die Unzufriedenheit mit Recep Tayyip Erdogan und der AKP wächst immer weiter.
          Nein, Denkmäler stehen nicht für eine abgetragene Schuld: Blick auf Stelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin

          Erinnerungskultur : Wer leidet denn an der Geschichte?

          Mit großen Gesten hinein in den Small Talk: Per Leo stürzt sich in alle Debatten zum Stellenwert des Holocaust und stolpert dabei von einer verwegenen Behauptung zur nächsten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.