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Kreis Offenbach : Keine Reorganisation der ärztlichen Bereitschaft

  • Aktualisiert am

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen nimmt Abstand von dem Plan die ärztliche Bereitschaft im Kreis Offenbach zu reorganisieren. Eine Änderungen sollen erst kommen, „wenn die Zeit reif ist“, hieß es von dem Verband.

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          Für eine Untersuchung nach Quantität und nach Qualität des ärztlichen Bereitschaftsdienstes im Kreis Offenbach hat sich Landrat Peter Walter (CDU) ausgesprochen. Wie berichtet, hatte die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV) am Freitag entschieden, auf die zum 1. Juli vorgesehene Reorganisation vorerst zu verzichten. Die Pläne der KV hatten in den vergangenen Wochen einen beispiellosen Proteststurm ausgelöst: Bürgermeister und Stadtverordnete sprachen sich gegen die Änderungen aus; in mehreren Städten wurden Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt. Auch die Obleute der sieben Notdienstzentralen im Kreis als Vertreter der niedergelassenen Ärzte lehnten die Pläne ab.

          War zuerst davon die Rede gewesen, die KV wolle fünf der insgesamt sieben Notdienstzentralen - Dietzenbach, Mühlheim, Langen, Neu-Isenburg, Obertshausen, Rodgau und Seligenstadt - schließen und nur noch die Zentralen an den Krankenhäusern in Langen und Seligenstadt geöffnet halten, so präzisierte die Kassenärztliche Vereinigung vor zwei Wochen, daß in einer ersten, drei Monate dauernden Stufe alle sieben Notdienstzentralen weiterhin an den Wochenenden zur Verfügung stehen sollten. Mittwochnachmittags und unter der Woche abends sollten dagegen nur noch die Zentralen in Langen und Seligenstadt besetzt sein; vorgesehen war außerdem, einen ärztlichen Fahrdienst für Hausbesuche einzurichten.

          Änderungen „wenn die Zeit reif ist“

          Der Widerstand aus den Kommunen ebbte freilich nicht ab: Befürchtet wurde, daß die Schließung der fünf Notdienstzentralen damit nur kurz verschoben und in einer zweiten Stufe folgen würde. Am Donnerstag trafen sich Vertreter der Kreiskommunen und der KV zu einer Diskussion über den ärztlichen Bereitschaftsdienst außerhalb der Praxisöffnungszeiten.

          Dabei hätten die Bürgermeister deutlich gemacht, daß ihnen bisher keine Klagen zu Ohren gekommen und sie mit dem ärztlichen Vertretungsdienst zufrieden seien, sagte Margita Bert, die Vorsitzende des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen am Freitag abend. „Wir arbeiten gegen alle“, fügte Bert hinzu; für die KV habe es jedoch „keinen Sinn, irgend etwas zu erzwingen“. Die Vorstandsbeauftragten der KV für Notdienstangelegenheiten führten derzeit viele Gespräche. „Wenn die Zeit reif ist“, werde der ärztliche Bereitschaftsdienst geändert.

          KV-Geschäftsführer Friedrich Jüde machte deutlich, die Reorganisation werde vorangetrieben. Die Kommunikation zwischen den Beteiligten aus Politik und Vertragsärzteschaft müsse jedoch verbessert werden. Die KV wolle eine vorherige Information und Kommunikation pflegen. Die Organisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes sei allerdings Angelegenheit der Kassenärztlichen Vereinigung.

          „Die Bevölkerung muß das System annehmen“

          Bert wies darauf hin, daß „irgendwann“ ein Ärztemangel abzusehen sei; auch in dieser Situation müsse die KV einen optimalen Bereitschaftsdienst vorhalten. Für die Änderungen sei „der Bezirk noch nicht reif“. Bert fragte: „Warum müssen wir uns den Ärger der Bevölkerung und der Politik mit einer gutgemeinten Idee zuziehen?“ Die Idee, den ärztlichen Bereitschaftsdienst zu reorganisieren, sei „nicht gestorben“, im Kreis Offenbach aber nicht notwendig. „Die Bevölkerung muß das System annehmen“, sagte Bert.

          Walter machte deutlich, er sei an einem „optimalen Grad der Versorgung“ interessiert. Die Diskussion der vergangenen Wochen habe „Dinge vernebelt“ und sei „emotional geführt“ worden. Daher sei es gut, daß sich alle Beteiligte an einen Tisch gesetzt hätten und die KV entschieden habe, auf die Reorganisation zum 1. Juli zu verzichten. Walter sprach sich für eine „Versachlichung“ der Diskussion aus.

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