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Frankfurter Korruptionsaffäre : Streit um Freiheit für Staatsanwalt

Nicht mehr in Haft: Ein Polizist öffnet einem Mann die Handschellen (Symbolbild). Bild: dpa

Die beiden Hauptbeschuldigen der Frankfurter Justiz-Korruptionsaffäre sind aus der Haft entlassen worden. Die SPD fordert im Landtag eine Erklärung für diese Entscheidung von der Justizministerin.

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          Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat die Haftentlassung der beiden Hauptbeschuldigten der Korruptionsaffäre in der hessischen Generalstaatsanwaltschaft verteidigt. Die Verschonung auch von Oberstaatsanwalt Alexander B. sei gerechtfertigt gewesen, heißt es, nachdem er sich „überwiegend geständig“ eingelassen habe. Die Opposition im Landtag kritisiert die Freilassung des Juristen und des Geschäftsführers eines der beiden Unternehmen, denen B. über mehr als zehn Jahre Aufträge gegen Schmiergeld verschafft haben soll. SPD und FDP verlangen von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) Anfang nächster Woche im Rechtsausschuss eine Erklärung.

          Helmut Schwan

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Wie berichtet, war vor dem Wochenende der Hauptverdächtige, der frühere Leiter der „Zentralstelle für Medizinwirtschaftsstrafrecht“, überraschend aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft selbst hatte beantragt, den Dreiundfünfzigjährigen vom weiteren Vollzug zu verschonen. Die Beweise gegen den Oberstaatsanwalt, der auch viele Jahre Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft war, sind dem Vernehmen nach sehr dicht. Ehe er Ende Juli festgenommen wurde, hatten ihn Beamte des Landeskriminalamts monatelang observiert; seine frühere Lebensgefährtin hatte ihn angezeigt. Ihm wird vorgeworfen, Schmiergeld von zwei Unternehmen dafür erhalten zu haben, dass er sie bei Aufträgen bevorzugte.

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